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Rheinau Auerochsen hatten 2018 mehr Junge als je zuvor / Zwei wenige Monate alte Kälbchen und eine Neugeburt im Januar

Elternfreuden bei Ur-Rindern

Archivartikel

Baby-Boom auf der Rheinau: Im Dossenwald sind allein im vergangenen Jahr vier Auerochsen-Junge zur Welt gekommen. „So viele hatten wir noch nie“, versichert Norbert Krotz. 2017 waren es immerhin zwei. Und dieses Jahr hatte noch gar nicht richtig begonnen, da entdeckten der Revierförster und sein Team am 2. Januar ein weiteres hellbraunes Fellbündel. Im Gehege neben seiner knapp 1000 Kilo schweren Mutter wirkt das weibliche Kälbchen zwar noch ziemlich winzig, doch die Akzeptanz innerhalb der Herde ist bereits groß. „Es hat sich schon gut eingelebt“, bestätigt Krotz. Und es komme auch mit seinen Geschwistern gut zurecht.

Bereits seit 2001 werden im Gehege im Dossenwald Auerochsen gehalten, zusammen mit 19 Mufflons. Die Herde besteht derzeit aus 13 Tieren. Auerochsen sind die Urform unserer Hausrindrassen. Sie waren einst in ganz Europa verbreitet. Durch vermehrte Landwirtschaft und die Jagd wurde der Auerochse in Mitteleuropa immer mehr verdrängt. 1627 starb das letzte Tier in der Nähe von Warschau. Damit war der Auerochse ausgerottet.

Striktes Fütterungsverbot

1934 begannen die Brüder Heck mit Rückkreuzungsversuchen. Heute werden die Ur-Rinder in Parks und Naturschutzgebieten gehalten. Sie erreichen eine Widerristhöhe von 1,80 Meter, ein Gewicht von bis zu 1000 Kilo und können bis zu 18 Jahre alt werden. Vor vier Jahren sind im Dossenwald zwei Auerochsenkühe nach dem Verzehr von Eibenzweigen verendet. Seither besteht ein striktes Fütterungsverbot.

Und wie erklärt sich der Fachmann den sprunghaften Jungtier-Zuwachs in den vergangenen Monaten? „Das liegt wohl schon an dem Vater, Carlos II.“ Der heute Sechsjährige stammt ursprünglich aus dem Tierpark in Ludwigshafen-Rheingönnheim. Seit dreieinhalb Jahren lebt er in der Rheinauer Herde – und hat sie seither schon mit der Zeugung von einigen Kälbchen bereichert. Wie auch immer, eines ist angesichts des Tierjungensegens nicht nur für Norbert Krotz offensichtlich: „Die Auerochsen scheinen sich bei uns wohlzufühlen.“

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/rheinau