Stadtteile

Neckarau Karl Bischoff möchte sich von seinen Vereinsansteckern trennen und hofft auf Spende für die Fußballjugend des VfL Kurpfalz Neckarau

Erinnerungen eines Fußballfunktionärs

Archivartikel

Sein ganzes Leben hatte er immer etwas mit Fußball zu tun. Jetzt möchte Karl Bischoff noch einmal etwas Gutes für den Nachwuchsfußball tun: „Wenn jemand Interesse an meiner Sammlung von Freundschaftsnadeln hat und etwas für die Jugendfußballer des VfL Kurpfalz Neckarau tun möchte, kann er sich bei mir melden“, erklärt der inzwischen 87-jährige Bischoff und zupft an einem Kissen, voll gesteckt mit Freundschaftsnadeln.

„Bei manch einer Nadel weiß ich gar nicht mehr, woher sie wirklich stammt und was das für eine Begegnung war“: Das Kissen mit den Nadeln hat viele Jahre seine Frau verwaltet, berichtet Bischoff. Aber jetzt habe er keinen Platz mehr für die vielen Anstecknadeln, die auf dem Kissen an alte Zeiten erinnern.

Bischoff hat eine große Vergangenheit im regionalen Fußball: Im Badischen Fußballverband (BFV), der Dachorganisation aller 610 Fußballvereine in Nordbaden mit rund 200 000 Mitgliedern und 4742 Mannschaften, engagiert er sich seit 1968.

Der Verband wurde am 7. Juli 1946 in Eppelheim gegründet und ist einer der 21 Landesverbände des Deutschen Fußball Bundes. Sitz des BFV ist seit 1953 die Sportschule Schöneck in Karlsruhe. Bischoff hat auch selbst gegen das runde Leder getreten: „1943 habe ich bei der SG Rheinau angefangen.“ Erst nach dem Krieg habe er weiter machen können. Wegen einer Asthma-Erkrankung habe er letztlich mit dem aktiven Sport aufhören müssen. Wenn es das Wetter zulasse, gehe der ehemalige Kreisübungsleiter noch zu Spielen seines VfL, der im Jahr 2011 mit dem VfB Kurpfalz zum VfL Kurpfalz Neckarau fusionierte.

KSC- und Hertha BSC-Abzeichen

Unter den Nadeln finden sich Abzeichen des Karlsruher Sportclub, des 1. FC Kaiserslautern oder Hertha BSC. Überall war er als Funktionär dabei. Auch von Mannheims Partnerstadt Toulon oder Swansea gibt es Andenken. „Ich erinner mich noch an Partien in Toulon, die ich begleitet habe. Aber als wir dort das Turnier gewonnen hatten, wurde es nicht mehr durchgeführt“, erinnert sich Bischoff, der auch weiß, dass der VfL Neckarau früher ein sehr bekannter Verein war. In der ersten Nachkriegssaison 1945/46 wurde der VfL Neckarau sogar Landesligameister von Nordbaden und stieg dadurch in die Oberliga Süd auf. In diesen ersten Nachkriegsjahren spielte mit Fritz Balogh Neckaraus einziger Nationalspieler auf dem Sportplatz in der Nähe der Altriper Fähre. Bischoff hat viele Bilder von damals und kann über fast jeden der VfL-Spieler etwas erzählen.

Auf einem Bild, an dessen Rand Bischoff selbst zu sehen ist, ist Stephan Groß, ehemaliger B-Nationalspieler vom Karlsruher SC, zu erkennen. Der begann mit dem Fußballspielen beim TSV Neckarau, ehe er zum VfL Neckarau und kurz darauf zum VfR Mannheim wechselte und später Erfahrungen in der Bundesliga sammelte. Selbst den ehemaligen SV-Waldhof-Spieler Fritz Walter hat Bischoff auf Bildern festgehalten.

Und dann kommt Bischoff wieder auf sein Kissen zu reden, das er gerne zugunsten der Jugendarbeit des VfL Kurpfalz abgeben möchte. Er meint: “ Es wäre schön, wenn sich jemand finden würde, der Spaß an solchen Erinnerungen hat.“