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Neuostheim/Neuhermsheim Bezirksbeirat diskutiert Verkehrsprobleme / Kontrollen bei Veranstaltungen in der SAP Arena dauern an

Fahrradstraße findet keine Zustimmung

Parken im Stadtteil und eine geplante Fahrradstraße treiben die Bewohner in Neuostheim/Neuhermsheim um: Bei der von Stadträtin Melis Sekmen (Grüne) geleiteten Sitzung des Bezirksbeirats im Gemeindesaal der katholischen Kirche St. Pius berichtete Harald Born vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung von Beschwerden der Bürger über Ortsfremde, die bei Veranstaltungen in der SAP Arena die Parkplätze vor ihren Häusern blockieren und nicht kontrolliert würden.

Knapp 4000 Fälle 2017

Nach wie vor, so Born, erfolgten gezielte Überwachungsmaßnahmen – sowohl in Neuhermsheim als auch in Neuostheim zu den Spielterminen der Rhein-Neckar-Löwen und der Adler Mannheim. Im Jahr 2017 hätten sie Neuostheim und Neuhermsheim 151 Mal zu unterschiedlichen Zeiten an Werktagen bestreift und 3900 Fälle erfasst. Allein 27 Mal hätten sie speziell die Spiele der Adler überwacht mit 852 Fällen ordnungswidrigen Parkens.

Bezirksbeirätin Margot Liebscher (SPD) erklärte, auch in Neuostheim werde vor allem entlang der Dürerstraße im Bereich der einmündenden Straßen wild und verkehrsgefährdend geparkt. Born schlug einen Ortstermin gemeinsam mit den betroffenen Fachbereichen Stadtplanung, Tiefbau sowie Sicherheit und Ordnung vor.

Kontrovers diskutiert wurde der Vorschlag der Verwaltung, den Landsknechtweg als Fahrradstraße auszuweisen. Johanno Sauerwein vom Fachbereich Stadtplanung wies auf die zentrale Radwegeverbindung hin, die im Rahmen des 21-Punkte-Programms vom Stadtzentrum über Friedrichsfeld bis Hochstätt ausgebaut werden könnte. Er erklärte, Fahrradstraßen sorgten für mehr Sicherheit für Radfahrer, verstärkt durch die Aufhebung der Regelung rechts vor links im Bereich der Kreuzung Landsknecht-/Armbrustweg.

Der Bezirksbeirat hatte die geplanten Einrichtung einer Fahrradstraße bereits mehrheitlich abgelehnt. „Statt Fahrradstraße, sollte die Stadt besser in eine Entzerrung der gefährlichen Situation am Neckardamm investieren, wo sich Kampfradler, Fußgänger, Hunde und Omas mit Rollatoren begegnen“, sagte Liebscher. Auch die Stadträte Steffen Ratzel (CDU) und Holger Schmid (Mannheimer Listen) hielten nichts von einer Fahrradstraße.

Ebenso sprachen sich die Bürger dagegen aus. Albert Bühler und Karin Stefan berichteten: „Der Landsknechtweg ist rechts und links dicht hintereinander zugeparkt, da kommen kein Fahrrad und ein entgegenkommendes Auto aneinander vorbei.“ Eine Aufhebung der Regelung rechts vor links führe zudem dazu, dass Autofahrer rasen würden. Negatives Beispiel sei die Fahrradstraße in der Karl-Ladenburg-Straße in Neuostheim, deren Aufhebung den Bürgern „lieber heute als morgen“ wäre.

Verärgert zeigte sich Stadtrat Schmid, dass er nicht durch den Gemeinderat oder Bezirksbeirat, sondern aus dem „Mannheimer Morgen“ erfahren habe, dass Teile der Zulassungsstelle aus dem Wohlgelegen ins Bürgerservicebüro am Gerd-Dehof-Platz umgezogen seien, was zu Parkplatzproblemen führe. Das sei „keine Bürgerbeteiligung“.

Bürgerserviceleiter Walter McDavid erklärte, es sei nur eine Interimslösung. Bis das Technische Rathaus auf dem Lindenhof fertiggestellt ist, sei die Zulassungsstelle auf drei Orte verteilt: K 7 und die Servicebüros Waldhof sowie Neuhermsheim.