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Rheinau-Süd Siedler feiern bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Marktplatz ihr 85-jähriges Bestehen

Fassbier, Sonnenschein und grandiose Stimmung

Archivartikel

Alle fünf Jahre feiern die BASF-Siedler ein großes Fest. So auch in diesem Jahr zum 85-jährigen Bestehen der Siedlergemeinschaft. Es war schon erstaunlich, dass bei herrlichem Sonnenschein das Festzelt auf dem Markplatz gefüllt war. „In den letzten Tagen hatten wir schon ein wenig Stress, insbesondere, was die Verlegung der Busstrecke durch die RNV anbelangte und die Straßensperrung auf dem Marktplatz. Aber wir haben auch das hinbekommen“, freute sich der Vorsitzende des Vereins, Hans Held.

Die rund 280 Siedler wollten unbedingt mitten in Rheinau-Süd feiern. „Seit vielen Jahren kümmern wir uns um die Bepflanzung des Hochbeets und um die Sauberkeit hier“, so Held. In der Tat begann das Fest in gemütlicher Runde. Der Chor der Freilichtbühne unter der Leitung von Thomas Nauwartat-Schultze präsentierte den Zuhörern ein lockerleichtes Gesangsprogramm. Nicht nur Melodien aus dem Musical „Die Schöne und das Biest“ erfreuten die Zuhörer, auch Schüler der Gerhart Hauptmann-Schule traten auf und stimmten auf ihr bevorstehendes Schulfest ein.

„Ein halbes Jahr Vorbereitung hat sich damit schon gelohnt“, ergänzte der Vorsitzende. In einer eher seltenen Koalition erfolgte der offizielle Fassanstich. Unter der Aufsicht von Max Spielmann, dem Assistenten der Geschäftsführung der traditionellen Familienbrauerei, hielt Stadtrat Thorsten Riehle (SPD), der bei der Eröffnung auch die Grüße der Stadt überbrachte, den Zapfhahn. Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel (CDU) schlug das Fass mit drei sicheren Schlägen an, was Stadträtin Birgit Reinemund (FDP) ganz genau unter die Lupe nahm und den Krug unter den Zapfhahn hob.

„Wir haben hier oben ja eine schwarz-rot-gelbe Koalition. Wer weiß, ob das nicht auch einmal eine Überlegung für eine künftige Regierungskoalition ist“, lachte Stadtrat Riehle. Für jeden, der wollte, stand nun ein Freibier bereit. Und von diesem Angebot wurde reichlich Gebrauch gemacht. Schließlich war es ziemlich warm an diesem Tag. Neben dem Kinderprogramm zeigten Jugendfeuerwehrleute ihr Können bei der Bekämpfung eines kleinen Show-Brandes. Klar, dass das die Jugendlichen bei diesem Wetter ausnutzten, um sich gegenseitig nass zu spritzen. „Alles nur zur Abkühlung“, freute sich einer der Nachwuchsfeuerwehrleute, die den Kindern auch Gelegenheit boten, einen Blick in das Innere eines Feuerwehrautos zu werfen. Ein etwas größerer Umbau war nötig, ehe das Polizeimusikkorps auftreten konnte. Denn die Bühne war einfach zu klein, um allen Musikern Platz zu bieten.

So stellte sich Dirigent Wolfgang Rothenheber auf einen eigenen Biertisch, um sein Orchester zu leiten. Mit Musik der Comedian Harmonists und den besten Liedern von Helene Fischer wussten die Musiker zu begeistern. Der Abend gehörte den Goodies, einer Drei-Mannkapelle bestehend aus Martin (Gitarre/Gesang), Joe (Bass/Gesang) und Bernd (Percussions/Gesang). Mit Pop- und Rocksongs der letzten Jahrzehnte heizten die Musiker mächtig ein, was angesichts der abendlichen Temperaturen eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Aber Musik als belebendes Element kam hier voll zur Geltung. Die Südstadtmusikanten entfachten ein Feuer der Blasmusik.

Mit Julia Wolz, dem Aktiven-Tanzmariechen der Rohrhöfer Göckel, legten sich die Siedler am Sonntag nach einem ökumenischen Gottesdienst gleich wieder mächtig ins Zeug, ehe der Harmonikaclub Rheinau dafür sorgte, dass die Stimmung nicht absank. Schön war zu sehen, wie in diesem Stadtteil alle gemeinsam Hand in Hand arbeiteten, ob an einer Kasse oder an einer Theke. Dazu trug mit munteren Sprüchen auch immer wieder Moderator Wolfgang Göck bei.