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Rheinau Sprachförderung für Kinder im TiG7 mit Isolde Fischer in der Familientagesstätte

Fit für den Schulstart

Einmal in der Woche kommt sie in die Familienkindertagesstätte der Evangelischen Versöhnungskirche in die Bruchsaler Straße, Rheinau: Isolde Fischer, Schauspielerin, Kommunikationscoach und Mitglied des Improvisationstheaters Drama Light. Zwei Mädchen und drei Jungen im Alter von sechs Jahren erteilt sie Sprachförderung, damit die Kinder fit für den Start in die Schule werden. Was sich nach Mühe und Arbeit anhört, ist für Schauspielerin und Kinder das Highlight der Woche.

Im Gepäck hat Fischer keine Arbeitsblätter, sondern Puppen. „Ich komme mit Monster Willi und Frau Bruse, der schrecklichen Erzieherin im Monsterkindergarten“, berichtet sie. Meist erzählt Willi vom Tag in seiner Kita, zum Beispiel davon, dass er das Gefühl hat, dass ihn keiner mag, dass die anderen immer bestimmen wollen und dass Frau Bruse ihn ungerecht behandelt. Dann sind die Kinder an der Reihe. Sie diskutieren seine Probleme und sie geben Tipps“.

Auf diese Weise kommen die Kinder dazu, selbst zu sprechen, und werden gleichzeitig sensibilisiert, ihr eigenes Sozialverhalten zu reflektieren. Sie sollen Sprechen üben, sich ihrer Emotionen bewusst werden und sie benennen. Logopädische Übungen, wie die Lippenbewegungen bei bestimmten Lauten, stehen bisweilen ebenfalls auf dem Programm. Die Themen der Sprachförderung schlägt die Leiterin der Kita Heidi Wolf vor, aber wenn sich aktuelle Entwicklungen in der Einrichtung oder in den Familien der Kinder ergeben, dann ist Isolde Fischer flexibel und auch dafür parat.

Seit 2014 betreut sie die Sprachförder-Kinder und seit 2016 hat Drama Light die Patenschaft für die Kita übernommen. So durfte kürzlich die komplette Kindergartengruppe das TiG7, die Spielstätte des Improvisationstheaters in der Innenstadt, besuchen. Nach einem stärkenden Imbiss für alle und möglichst laut gesungenen Liedern zur Akkordeon-Musik von Andreas Rathgeber (TiG7) präsentierten vier Sprachförderkinder auf der Bühne kleine Stücke, die sie eingeübt hatten. Außerdem zeigten die Impro-Profis Stefan Hillebrand und Isolde Fischer eine Kostprobe ihrer Kunst und erzählten spontan eine Geschichte um drei Stichworte. Zum Schluss durften die Kinder einen Blick in den Technikraum werfen, schlossen nähere Bekanntschaft mit den Handpuppen und sangen Lieder mit Andreas.

Leiterin Heidi Wolf ist glücklich über die Zusammenarbeit: „Eines der Sprachförderkinder ist extrem zurückhaltend und wirkt nach außen oft gelangweilt. Heute aber ist es auf die Bühne gekommen, hat mitgespielt, gelacht und getanzt.“ ube