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Neckarau Bach-Jazz-Band Off-Beat und Leiter Peter Jacob feiern 25. Jubiläum / Ensemble wünscht sich größeren Probenraum

„Freude an Musik und Gemeinschaft“

Über 25 Jahre ist es her, seit der ehemalige Schulleiter des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums Hans-Peter Kraft den jungen Musiklehrer Peter Jacob im Bewerbungsgespräch fragte: „Könne Sie e Big Band uffbaue – traue Sie sich des zu?“ Dieser traute sich und die Erfolgsgeschichte von Off-Beat nahm ihren Lauf.

1994 aktivierte Peter Jacob bei einer Projektwoche die ersten Schüler, sie fanden Gefallen am Jazz, blieben dabei, immer mehr folgten und Off-Beat wuchs auf heute 26 Musiker. Fast alle spielen parallel noch in der seit 19 Jahren bestehenden Vorband mit, die insgesamt 35 Aktive zählt.

Jazz trifft auf Popsongs

Für Schwung und gute Laune sorgt die Jazz-Band beim Schulfest, am Schuljahresende, bei der eigenen Konzertreihe „Jazz - Cheese - Champagne“ sowie bei Veranstaltungen der Matthäusgemeinde und der Diakonie. Aber auch außerhalb Neckaraus hat sich Off-Beat einen Namen gemacht. Zu den Highlights gehörten bisher Auftritte in Toulon bei der Partnerschule des Bach-Gymnasiums, ein Live-Auftritt vor SWR-Kameras im Mannheimer Rosengarten und vor allem im Rahmen des Enjoy-Jazz-Festivals im Rhein-Neckar-Dreieck. Dabei gestalten drei ausgewählte Schul-Big-Bands aus Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen ein Konzert. Unter der Leitung ihrer Bandleader spielen sie jeweils drei Stücke.

Die Mischung aus anspruchsvollen Jazz-Stücken und Popsongs, die ins Ohr gehen, kommt gut an. In den letzten Jahren hat Peter Jacob häufig Solo-Sänger aus der Schule verpflichtet, das bringt neuen Groove und motiviert. „Man darf nicht vergessen“, so erzählt er, „dass man den jungen Leuten Jazzmusik nahebringen will, die heute so gar nichts mit deren Lebenswelt zu tun hat. Privat hören die Schüler im Alter zwischen zehn und 18 Jahren Hip-Hop, R&B, Metal oder Pop.“ Technisch anspruchsvoll seien die Stücke obendrein. „Im Lauf der Jahre hat sich die Qualität enorm verbessert“, berichtet der Bandleader. „Wir brauchen für so schwierige Arrangements wie ,Island Breeze’ jetzt drei statt früher sieben Proben. Die Vorbereitung geht inzwischen viel besser.“ Die Schüler haben bei Instrumentallehrern an der Schule oder privat Unterricht und sind in der Pflicht zu üben. Ein Anreiz dafür ist das Nachwuchsförderprogramm der SWR Big Band „live@school-Projekt“. Für die Master-Classes muss man sich bewerben. Bekannte Musiker, wie die Saxophonistin Alexandra Lehmler, leiten dabei Workshops mit den Schülern und arbeiten an Rhythmus, Artikulation und Pausensetzung.

Verlässlichkeit üben

Die Proben am Freitagnachmittag sind ein willkommener Programmpunkt in der Schulwoche. Max Truderung, bis vor fünf Jahren Pianist und Sänger von Off-Beat, meint: „Das war die Stunde, auf die man sich am meisten gefreut hat.“ Er gehört nun zu den 50 Musikern, die beim Jubiläumskonzert als Ehemaligenband auftreten. Wie er hat sich auch Rebekka Rebmann, Klarinettistin, Saxophonistin und Abiturientin des Jahrgangs 2015, für das Studium der Schulmusik entschieden. Fünf Jahre war sie in der Band und meint: „Herr Jacob hat es geschafft, dass wir die Musik als ernstzunehmendes Hobby betrieben haben. Die Jazzband war eine ganz große Sache. Ohne ihn hätte ich nie Musik studiert.“ Und das freut den Bandleader besonders: „Man kann an der Schule als Musiklehrer so viel in Gang bringen und bewegen.“ Dabei meint er auch, Gemeinschaft, Zusammenhalt und Verlässlichkeit üben. Auf die Frage nach Wünschen und Zukunftsplänen meint Peter Jacob nur: „Ich bin wunschlos glücklich und hoffe, dass sich die Schüler auch weiterhin für Musik begeistern. Ein paar mehr Trompeter und Posaunisten zu unseren Saxophonisten wäre schön und ein größerer Probenraum wäre auch nicht schlecht.“