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Neckarau Weltweite Initiative „Parkrun“ trifft sich seit kurzem wöchentlich einmal im Waldpark zum gemeinsamen Laufen

Fünf Kilometer, jeden Samstag

Jeden Samstag um 9 Uhr im Waldpark das gleiche Bild: Läufer oder Geher mit Hunden oder Kinderwagen versammeln sich, um eine Strecke von insgesamt fünf Kilometern zu absolvieren. „Das Ganze soll einfach Spaß machen“, berichtet Helferin Svenja Beck, die zuvor mit anderen Mitstreiten die Strecke markiert hat. „Das Schöne daran ist, dass auch diejenigen, die zuletzt ankommen, bejubelt und beklatscht werden.“

Zum Klatschen stehen die Mitläufer bereit, die bereits zuvor das Ziel erreicht haben und jeden neu Eintreffenden im Ziel fröhlich in Empfang nehmen. „Man lernt hier immer neue Leute kennen, die das Laufen für sich entdecken“, berichtet Läufer Dirk Hofe. Er kommt aus „Spaß an der Freud’“, wie er selbst sagt, jeden Samstag, aus Sinsheim, um durch den Waldpark zu laufen – sofern es für ihn zeitlich möglich ist.

„Das ist einfach eine schöne Strecke, auf der es Spaß macht zu laufen. Außerdem ist immer alles bestens organisiert“, sagt er kurz vor dem Start. Martin Beck, ebenfalls ein Helfer, erläutert das Projekt: „Wenn man sich einmal überwunden hat, läuft es ganz von alleine. Die Initiative Parkrun will Menschen dazu bringen, sich zu bewegen.“

Dafür würden bei jedem Wetter wöchentliche Streckenläufe von fünf Kilometern absolviert. Eine solche Etappe könne jeder, zur Not spazierend, zurücklegen. Die Distanz soll Anfängern die Scheu vor dem Laufen nehmen, wie Beck erklärt und ergänzt, dass die fünf Kilometer für jeden zu schaffen seien.

Online registrieren

Viele Läufer schätzen besonders das Familiäre an dem Projekt: „Parkrun“-Organisator David Sweeney übernimmt das Kommando und erkundigt sich vor dem Start, wer das erste Mal dabei sei, oder wer als Gast mitlaufe. Schnell strecken einige die Finger. „Vor der ersten Teilnahme am Parkrun können sich die Läufer online einschreiben. Sie erhalten dann einen persönlichen Barcode zugewiesen. Am Ziel der Strecke steht ein Helfer mit einer zweiten Auswahl codierter Plastikchips“, erklärt Beck den Ablauf. „Darauf ist die Zielzeit registriert. Der Läufer schnappt sich einen Chip, und ein weiterer Helfer scannt beide Codes. So kann jeder Teilnehmer online seine persönliche Laufzeit nachlesen.“

Englischer Gast setzt Rekord

Dies spornt viele Menschen an, ihre eigene Bestzeit zu übertreffen. Einige sind an diesem Samstagmorgen hochmotiviert und legen nach dem Start mächtig los. Ein Gast aus dem englischen Sheffield erreicht als Erster das Ziel. Noch ein wenig außer Atem meint er: „Das ist einfach ein gut zu laufender flacher Kurs. Das hat mir Spaß gemacht“. Die gelaufene Zeit erstaunt ihn ein wenig. Für die fünf Kilometer hat er knapp über dreizehn Minuten gebraucht.

„Bisher lag der Rekord hier bei 17 Minuten“, so Martin Beck. Bis die nächsten Läufer eintreffen, dauert es noch ein wenig. Darunter sind auch Dirk Hofe und der elfjährige Thomas Raw, die gemeinsam die Ziellinie überlaufen. „Das mache ich öfter, weil es mir einfach Spaß macht“, meinte der Junge.

Jeder Läufer, der ins Ziel kommt, wird auf seinen finalen Metern angespornt. Alle der mehr als 40 Starter erreichen das Ziel. In Großbritannien ist der Lauf mittlerweile weit verbreitet. „Es ist fast schon Kult“, so Sweeney. Nach eigenen Angaben der Organisatoren soll es weltweit mittlerweile über drei Millionen „Parkrunner“ geben.

„Parkrun“ ist für jeden Teilnehmer kostenlos und vor allem gesellig. „Die gemeinsame Tasse Kaffee nach dem Lauf stellt einen großen Teil der Parkrun-Kultur dar“, betont auch Svenja Beck.

„Wir wollen, dass sich die Leute besser kennenlernen und sich Freundschaften aufbauen.“ Sie freut sich zusammen mit allen anderen Läufern schon auf das gemeinsame Frühstück im nahe gelegenen Café am Strandbad. „Wir sind dort schon Stammgäste. Da ist die Freude immer groß, wenn wir kommen, auch wenn das Wetter mal nicht so schön ist.“