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Waldhof Begegnungszentrum steht vor ungewisser Zukunft

Für 2020 „keine Mittel bereitgestellt“

Die Konzeption war umstritten – am Ende blieb die über lange Jahre betriebene Kleiderkammer im Gemeinschaftszentrum Waldhof-Ost auf der Strecke. Aber stattdessen eröffneten Vertreter der Stadt und des neuen Trägers, der Arbeiterwohlfahrt (Awo), im Juli das „Café mit Herz“. Es sollte das Kernstück des neuen Projekts werden, dessen Fokus auf der Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien liegt. Nur wenige Monate später steht das Begegnungszentrum in der „Frohen Zuversicht“ auf dem Waldhof vor einer ungewissen Zukunft.

30 000 Euro pro Jahr bräuchte die Awo, um stundenweise drei Mitarbeiterinnen zu beschäftigen und ein paar Sachausgaben zu stemmen. Aber „für den Haushalt 2020/21 sind keine Mittel bereitgestellt“, erklärte Jugendamts-Leiter Peter Schäfer bei der jüngsten Bildungsausschuss-Sitzung im Stadthaus N 1. Die Arbeitsverträge der drei Frauen seien befristet bis zum 31. Dezember.

Peter Schäfer deutete an, dass der Gemeinderat im Zuge der anstehenden Haushaltsberatungen neue Mittel bereitstellen könnte. Um eine Unterbrechung der Tätigkeit der Awo-Mitarbeiterinnen zu vermeiden, ziehe die Stadt im Vorgriff auf eine mögliche Entscheidung der Politiker außerdem in Betracht, für die ersten beiden Monate des neuen Jahres 5000 Euro bereitzustellen. Das sei auf jeden Fall möglich.

Mehrere Beratungsangebote

Bei der Café-Eröffnung im Juli hatte die damalige Bildungsdezernentin Ulrike Freundlieb noch die aus ihrer Sicht zukunftsträchtige und „nachhaltige“ Konzeption gelobt: „Ich freue mich, dass es die Perspektive auf ein organisch wachsendes Programmprofil gibt, und ich bin überzeugt davon, dass dies dem Ziel eines Mehr an Begegnung und sozialen Kontakten der Menschen im Quartier dient“, hatte die Bürgermeisterin im Sommer betont.

Neben dem Café gehören zum Angebot in der „Frohen Zuversicht“ Sprach- und Leseförderung, Familienbildungs- und Unterstützungsangebote. Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt stellen gemeinsam mit dem städtischen Sozialarbeiter das Kernteam, das bei Bedarf um Fachleute der Psychologischen Beratungsstelle, des Sozialen Dienstes oder des Gesundheitsamts erweitert werden kann.

Als Pendant zum bisherigen Servicebüro hatte außerdem ein Informationsbüro eröffnet, dessen Mitarbeiterinen zum Beispiel bei Behördengängen oder dem Ausfüllen von Formularen unterstützen. bhr

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