Stadtteile

Rheinau Tanzsportverein stellt zum 14. Mal gut besuchten Weihnachtsbasar im Nachbarschaftshaus auf die Beine / Erlös kommt Vereinkasse zugute

Geschenktipps für den Gabentisch

Fröhliches Stimmengemurmel dringt aus dem Nachbarschaftshaus auf der Rheinau: Erwachsene und Kinder tummeln sich in der Halle. Dort geht es dank sanft flackernden Kerzen besinnlich zu. Gleichzeitig werden an den 48 Ständen unter anderem selbst gefertigte Adventskränze, Nikoläuse, Handtaschen sowie Dekoratives feilgeboten. Bereits zum 14. Mal hat der Tanzsportverein Mannheim-Rheinau seinen Weihnachtsmarkt auf die Beine gestellt. Waltraud Templin hat den Basar federführend organisiert. Die Händler kommen nicht nur aus der Region, erzählt die Veranstalterin. „Der am weitesten entfernte kommt aus Ludwigsburg“, sagt sie während eine Besucherin Templins Stand in Augenschein nimmt. Sie verkauft unter anderem Obst- und Gemüsegläser sowie Liköre. „Alles, was der Garten hergibt“, sagt sie und schmunzelt. Ihr steht ein 400 Quadratmeter großer Schrebergarten zur Verfügung. Die Kundin kauft einen edlen Tropfen und zieht weiter. Neben der Standgebühr bringt jeder Verkäufer einen selbst gemachten Kuchen mit; der Erlös der Leckereien fließt in die Vereinskasse, so Templin.

Mehrmals im Jahr besucht Waltraud Templin Hobbymärkte, um passenden Händlern zu suchen, die ihr Handwerk nicht gewerblich betreiben. Als Trend sieht sie für dieses Jahr Genähtes: „Früher war es Schmuck.“ Tatsächlich hat Monika Krause an ihrem Stand gut zu tun. Sie verkauft Kinder- und Babykleidung aus Baumwolle. „Alles sind Unikate“, sagt sie. Der Renner sind bei ihr Hosen. Auch die Fahrradtaschen kommen gut an. Nicht nur Kinder fühlen sich von den hübschen Puppen mit den wolligen Haaren angezogen. Beate Mendyk aus Weinheim fertigt die Originale an, samt Kleidung. „Das sind alles Naturmaterialien“, sagt sie. Gefüllt sich die Körper mit Schurwolle. Zu den Käufern zählen häufig Frauen, die einst selbst Puppen für ihre Kinder gefertigt haben, sagt Mendyk. Die Püppchen seien keine Massenware, man müsse sie sehen und liebhaben. Trends gibt es bei ihren Schätzen nicht. „Das ist ein zeitloses Geschenk.“ So mancher Besucher, der an den Ständen vorbeiflaniert, ist auf der Suche nach einem hübschen Präsent für Weihnachten – und wird fündig. Jürgen und Marlis Thiesbonenkamp suchen nach Überraschungen für ihre Enkel.

Wandkunst aus Naturmaterialien

Die Duisburger besuchen den Markt mit ihrer Tochter Julia Thiesbonenkamp-Maag. Diese kann den außergewöhnlichen Bildern von Johanna Kämmerer nicht widerstehen. Die Viernheimerin zaubert aus Naturmaterialien Wandkunst, am Strand kommt sie an keiner Muschel vorbei. „Das ist ein Geschenk für mich“, verrät Thiesbonenkamp-Maag. Kämmerer findet ihre Schätze vor allem im niederländischen Zeeland. Kaum ist die Familie weitergezogen, ist eine neue Interessentin da: Angelika Geiger begutachtet die Werke und kauft schließlich ein Bild mit Engeln. „Ich bin Rheinauer“, sagt sie, während sie ihre Geldbörse zückt. Sie liebt Kunsthandwerk und findet es toll, dass die Händler Kreatives anfertigen. Bei den Gestecken ist Geiger ebenfalls fündig geworden, auf der Suche nach Trends. „Ich bin auch bei den Taschen hängen geblieben.“ Flauschig wird’s bei Monika Bayer. Die niedlichen Teddys der Mannheimerin laden zum Kuscheln ein. Am Stand gegenüber finden Freunde von ausgefallenem Modeschmuck schöne Stücke. Die Schriesheimerin Andrea Grohrock hat etwa Ohrringe mit bunten Weinfläschchen im Angebot. Wohlduftend geht es am Tisch von Gabriele Diehm zu. Die Altlußheimerin fertigt unter anderem Seifen an. „Ich lege sehr großen Wert auf hochwertige Fette.“ Der textile Schmuck von Judith Cramer peppt das Outfit auf. Doch der Renner bleibt bei ihr Funktionales, wie die Stofftäschchen.

Schmucke Holzarbeiten

Aljoscha und Rebecca Gremm wandern mit ihren Söhnen durch die Halle. „Die Holzarbeiten sind toll“, lobt die Casterfelderin. „Mir gefällt, dass es hier Besonderes gibt.“ Außerdem unterstützt sie ihre Schwiegermutter Ursula Gremm aus Neuhermsheim, die seit 25 Jahren Dekoratives wie süße Wichtel oder edle Engel verkauft. Kalte Babyfüße haben bei Ute Stätter keine Chance: Die Ludwigshafenerin verkauft unter anderem Selbstgestricktes. Gisela Metzger bringt nicht nur Holz-Nikoläuse unters Volk. „Herzen und Tiere wie die Gänse gehen das ganze Jahr“, sagt die Ludwigsburgerin.

Pünktlich um 17 Uhr packen die Händler zusammen. Christa Bierreth ergattert bei Waltraud Templin ein buntes Fensterbild. Sie packt es in ihre Tasche mit den Weihnachtsgutzeln. Templin ist mit dem Markt zufrieden. „Er war gut besucht.“

Zum Thema