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Rheinau Geruchsbelästigung führt zu Kopfschmerzen und Übelkeit / Ursache noch nicht ausgemacht / Feuerwehr: keine Gefahr

Gestank nervt Anwohner

Zu den Kopfschmerzen und der Übelkeit gesellt sich nun auch Wut. Seit zwei Wochen wird eine Rheinauerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, von einem abartigen Geruch geplagt. "Am Schlimmsten war es Anfang Oktober", berichtet sie. Sie sei körperlich erheblich eingeschränkt, könne oft stundenlang nicht die Fenster und Türen öffnen, weil der Mief wie eine Glocke über dem Stadtteil hänge. Am meisten aber stinkt der Frau, dass sich keiner dafür verantwortlich fühlt - und der Wahnsinn sich auch nach fast zwei Wochen immer noch nicht in Luft aufgelöst hat.

Woher aber kommt der Gestank? Ist er gesundheitsschädlich? Könnte es sich sogar um Gas handeln? Die Mannheimer Feuerwehr gibt Entwarnung. Aufgrund mehrerer Anwohnerbeschwerden rückten in den vergangenen Tagen die Messtechnik-Spezialisten der Feuerwehr , die Analytische Task Force (ATF), in den Mannheimer Süden aus und nahmen Luftproben unter die Lupe. Das Ergebnis: "Wir haben dabei keine Auffälligkeiten festgestellt", sagt Ralph Rudolph, Leiter der ATF und betont: "Eine Gefahrensituation ist aktuell auszuschließen!". Sehr wohl aber haben die Messspezialisten das Übel gerochen, bestätigt Rudolph: "Ich kann gut nachvollziehen, dass sich die Anwohner belästigt fühlen."

In der ersten Oktoberwoche gingen auch bei der MVV Energie einige Anrufe von Rheinauern ein, die befürchteten, es könnte sich um Gasgeruch handeln. "Selbstverständlich nehmen wir jede Meldung bei Verdacht auf Gasgeruch bei unserer kostenlosen Notfall-Hotline sehr ernst", erklärt eine Sprecherin der MVV auf Anfrage dieser Zeitung. "Auch in diesem Fall ist unser Bereitschaftsteam innerhalb von 30 Minuten direkt vor Ort gewesen. Sowohl unsere umgehenden Überprüfungen als auch die Umweltmessungen der Feuerwehr haben keinen Hinweis auf einen Gasaustritt ergeben", sagt die Sprecherin. Viel Bemühen und immerhin die Erkenntnis: Die MVV Energie hat mit dem Gestank nichts zu tun. Aber wer dann?

Der "Mannheimer Morgen" fragte bei der Stadt nach, genauer beim Fachbereich Grünflächen und Umwelt. Tatsächlich hält die Rheinauer "Duftwolke" dort ebenfalls schon seit Tagen die Mitarbeiter auf Trab. Das bestätigt Stadt-Sprecher Kevin Ittemann. Er weiß auch, dass die tatsächliche Ursache für den Gestank noch nicht konkret zuzuordnen ist. "Die Kollegen sind in diesen Tagen bei mehreren Betrieben in der Rhenaniastraße und der weiteren Umgebung unterwegs", berichtet Ittemann: "Sie führen Gespräche und versuchen auszumachen, woher die Geruchsbelästigung kommt." Aber: Ein Ergebnis könne die Stadt bisher noch nicht präsentieren. "Wir bleiben aber an der Sache dran", versichert Ittemann.

Obwohl die Rheinauerin feststellt, dass inzwischen zumindest zeitweise der Gestank nachlässt, fühlt sie sich veranlasst zu handeln: "Ich werde zum Arzt gehen. Es ist wirklich nicht mehr auszuhalten."