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Neckarau St. Jakobuskirche lädt Gläubige mit ihren Haustieren zum Gottesdienst ein

Gottes Segen für die Lieblinge

Am Namenstag des Heiligen Franz von Assisi, dem Schutzheiligen der Tiere und der Ökologie, fand im Hof hinter der St. Jakobuskirche in Neckarau ein Tiersegnungsgottesdienst statt. Herrchen und Frauchen mit Hunden, Katzen und sogar einem Kaninchen waren gekommen. "Meine Hündin Ella ist auch als Seelsorgehund im Einsatz, sie begleitet mich in Altenheime in Neckarau, Almenhof und Lindenhof", sagte Stefan Mayer, Pastoralreferent der Seelsorgeeinheit Südwest. Der vierte Oktober ist gleichzeitig Welttierschutztag, dieser wurde beim Internationalen Tierschutzkongress 1931 in Florenz festgelegt. 1979 ernannte Papst Johannes Paul II. Franz von Assisi zusätzlich zum Schutzpatron der Ökologie, Papst Franziskus wählte die Anfangsworte des Sonnengesangs des Heiligen Franz "Laudato si" als Titel für seine 2015 erschienene Enzyklika. Pfarrer Jürgen Weber hatte seinen Hund Amigo mit dabei, der während des Gottesdienstes gelassen im Hof umherstreifte. "Unsere Haustiere sind Kuscheltiere, es gibt aber auch Diensthunde, die kranke Menschen begleiten", sagte Weber.

Botschaft von Franz von Assisi

"Wir denken heute aber auch an die Nutztiere aus der Massentierhaltung oder die Zootiere." Der Gottesdienst lief weniger liturgisch ab als der sonntägliche, während eines Liedes machte Pfarrer Weber eine "Sitz!"-Geste in Richtung seines Hundes (Amigo machte Sitz). "Franz von Assisi sang das Laudato si über die ganze Schöpfung, auch die Natur. Der Mensch sollte in Harmonie mit der gesamten Schöpfung leben.

Der Heilige Franz hatte zu Tieren eine besondere Beziehung, nannte sie seine Brüder und Schwestern", fuhr Pastoralreferent Mayer fort. "Er sah einen Schwarm von Vögeln und begann, mit ihnen zu sprechen. Er hat vor 800 Jahren als armer Mönch gelebt und wurde zum Schutzpatron der Tiere. Seine Botschaft ist immer noch aktuell.

Die Massentierhaltung kann nicht im Sinne der Schöpfung sein. Wenn wir uns einschränken und bewusster und weniger Fleisch essen würden, wäre das eine Verbesserung im Umgang mit Tieren." Im Anschluss an den Gottesdienst wurden die Tiere mit Weihwasser gesegnet. "Wie man sehen kann, ist Amigo wasserscheu", meinte Weber. Roberta Carli war mit zwei Katern in Trageboxen zum Gottesdienst gekommen. "Ich bin ein Fan von Franz von Assisi und finde es schön, dass die Tiere gesegnet werden."

Kaninchen Biba war mit einer sechsköpfigen Familie angereist, drei davon Kinder. "Wir sind zum ersten Mal da, für die Kinder ist es interessant. Wir kommen vom Almenhof und haben in der Gemeinde davon erfahren. Die Informationen werden in der Seelsorgeeinheit gut weitergegeben", sagte BesitzerinKatja Maniurka.