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Almenhof 80 Jahre Markuskirche / Martina Egenlauf-Linner wird ab September neue Pfarrerin

Gotteshaus strahlt Wärme aus

Archivartikel

In diesem Jahr feiert die Markuskirche ihren 80. Geburtstag. Die evangelische Kirche auf dem Almenhof wurde zwischen 1937 und 1938 von Max Schmechel erbaut. Grund war die wachsende Bevölkerung in der Almenhofsiedlung, die als Lindenhoferweiterung ab 1921 planmäßig nach den Ideen der Gartenstadt-Bewegung angelegt wurde.

Der Vorsitzende des Ältestenkreises, Friedhelm Klein, berichtet: „Kirchlich gehörte die Almenhofgemeinde damals zur Neckarauer Matthäuskirche.“ 1931 wurde ein Gemeindehaus erstellt, in dem Neckarauer Pfarrer Gottesdienst hielten, ehe am 1. Mai 1935 der Almenhof ein Pfarrvikariat erhielt.

Die Gemeinde wuchs, bald war das Haus zu klein. Der Mannheimer Kirchengemeindeausschuss beschloss am 28. September 1937, die Markuskirche zu bauen. Damals befand sich das Land in einer krisenhaften Situation, die schließlich in einer Katastrophe endete. Für den Bau der Kirche sollte laut Behördenanweisung möglichst wenig Metall, nur Backsteine und Holz verwendet werden. Zum Standort der Kirche erklärt Kunsthistorikerin Ursula Dann: „Die Wahl des Standorts fußte auf den dann doch nicht ausgeführten Plänen, dass die benachbarten Lanz-Werke nach Rheinau verlegt und deren Grundstück zur Wohnbebauung freigegeben werden sollte. Damit hätte die Kirche eine zentrale Lage gehabt.“

Durch Bomben zerstört

Am 24. Juli 1938 wurde die Markuskirche am westlichen Ortseingang zum Almenhof eingeweiht und Eugen Speck als erster Pfarrer der Markusgemeinde auf dem Almenhof eingeführt. In den Kriegsjahren 1943/44 wurde die Markuskirche durch Bomben zerstört, etwa sieben Jahre später wurde das wieder aufgebaute Gotteshaus eingeweiht. Mit den rechtwinklig zur Kirche angelegten Gemeindesaal, dem Pfarrhaus und dem Kirchturm in der Mitte ergibt sich ein homogener Komplex. „Die Fassaden in rotem Backstein sind vermutlich eine Anlehnung an die benachbarte Industrieansiedlung“, glaubt Blank.

Eine Besonderheit ist der 30 Meter hohe Turm mit offenem Glockenstuhl. Das Geläut bestand, nachdem die im Krieg abgelieferten Glocken 1956 ersetzt worden waren, aus vier Bronzeglocken. Allerdings gab es bald Probleme mit dem Kirchturm, der im Krieg einen Längsriss davongetragen hatte und im alten Flussbett auf schlechtem Baugrund stand.

Um die Eigenschwingung des Turms auszugleichen, erhielten die beiden kleinen Glocken Gegengewichte – ein Verfahren, das seither vielfach bei anderen Kirchtürmen mit kritischer Schwingungszahl angewandt wird und das Modell Markuskirche weithin bekannt machte. Das Innere der Kirche ist bestimmt durch ruhige, klare Formen. Das Rot der Backsteine und der Lichteinfall durch hohe, schmale Fenster sorgen für eine warme Atmosphäre. Einziger Schmuck im Innenraum ist ein Kruzifix über dem Altar, gefertigt vom Bildhauer Otto Schneider. Dem ehemaligen Pfarrer Hans Ehrlich gefällt „diese Schlichtheit und Konzentration auf das Wesentliche.“

Größte evangelische Gemeinde

In den 1960er Jahren wuchs die Markusgemeinde zu größten evangelischen Gemeinde in Mannheim heran, weshalb 1967 im Almenhof die Lukaskirche erbaut wurde. Im Zuge des neu entstandenen Wohngebietes im Niederfeld wurde die Markusgemeinde in zwei Pfarreien, Markus-West und Markus-Ost gegliedert. 1999 wurden die beiden Pfarreien wieder zusammengeführt – bedingt durch strukturelle Veränderungen und die Notwendigkeit zu Einsparungen.

Angesichts geringer werdender Gemeindegliedzahlen werden Ende dieses Jahres Markus- und Lukasgemeinde (zusammen circa 4000 Gemeindeglieder) fusioniert. Pfarrerin der Markuskirche ab September wird Martina Egenlauf-Linner.