Stadtteile

Almenhof Evangelische Markusgemeinde feiert Sommerfest und 80. Geburtstag

Große Party wird zur gelebten Ökumene mit jungen Familien

Archivartikel

Seine drei lodernden Fackeln ließ Tilo der Clown jonglierend in der Luft wirbeln. „Ich baue Kontakt zu den Kindern auf, das ist mein Stil, und binde sie in die Show ein“, erklärte er später.

Außerdem trieb der Clown-Künstler, der bürgerlich Tilo Bender heißt, mit den drei rauchenden Fackeln einigen Schabernack, wodurch der grelle Harlekin mit roter Nase und Hosenträgern die ringsherum auf dem grünen Rasen sitzenden Kinder zum Kichern und Quietschen brachte. Vor der evangelischen Markuskirche im Almenhof feierte die Markusgemeinde wieder ihr Sommerfest, diesmal mit Puppentheater, dem Mitmachzirkus „Paletti“ und Tombola.

Zirkus „Paletti“ zu Besuch

Zwar beherrscht Tilo Bender ebenfalls das Spucken von Feuer, aus gesundheitlichen Gründen führt der 42-Jährige derartige Kunststücke jedoch nicht auf. „Das ist ja reines Benzin, das man in den Mund nimmt, was giftig ist“, begründete Tilo Bender, der seit acht Jahren hauptberuflicher Geschäftsführer des Kinder- und Jugend-Zirkus „Paletti“ ist.

Pädagoge mit Clownsnase

„Als Clown habe ich auf Kindergeburtstagen angefangen, vor 25 Jahren. Damit bin ich quer durch Deutschland unterwegs, von München bis nach Sylt“, schilderte Zirkuspädagoge Tilo Bender, der studierter Rechtswissenschaftler ist. In seinem pädagogischen Jugendzirkus, der seinen Stammsitz in der Straße „Im Pfeifferswörth“ am westlichen Ortsrand des Stadtteils Feudenheim hat, können die Heranwachsenden lernen, wie man auf einer riesigen Kugel läuft, ohne das Gleichgewicht zu verlieren, oder das Balancieren auf einem Drahtseil.

Für die Organisation des Sommerfestes war Sabine Knecht-Altmann zuständig. „Dieses Jahr ist das Fest besonders gut besucht“, freute sich die Kirchenälteste angesichts der vielen jungen Familien.

Darüber hinaus öffneten sich während des Sommerfestes einige Türen, die sonst verschlossen bleiben: Die Besucher durften den Kirchturm der Markuskirche emporsteigen und dort die Aussicht genießen.

Wie gewohnt backte das ehrenamtliche Kindergarten-Team der Kinderinsel heiße Waffeln. Für etliche Bürger stelle das Sommerfest „gelebte Ökumene“ dar, wie Organisatorin Knecht-Altmann betonte, wenn evangelische und katholische Christen unter freiem Himmel miteinander feiern. In den Kellerräumen der Markusgemeinde führten die beiden Darsteller Brigitte Klee und Rüdiger Thomsen-Fürst ein lustiges Kasperletheater für die Sprösslinge auf.

„Im September werden wir eine neue Pfarrerin bekommen, sie heißt Martina Egenlauf-Linner“, kündigte Sabine Knecht-Altmann an. Überdies werden bald die evangelischen Gemeinden Markus und Lukas im Almenhof fusionieren. Vor dem schwülwarmen Sommerfest fand morgens ein lebendiger Familiengottesdienst statt, geleitet von Schuldekan Andreas Weisbrod mit musikalischer Beteiligung der singenden Kindertagesstätte Tigris. Gerade feiert die evangelische Markuskirche ihren 80. Geburtstag, am 24. Juli 1938 hatte die Einweihung des Gotteshauses stattgefunden.

Ausstellung in der Kirche

Im Rahmen des Gottesdienstes führte Kunsthistorikerin Ursula Dann in die Geschichte der neuromanischen Markuskirche ein. „Sie hat eine gewisse Schlichtheit, die eine Würde ausstrahlt“, erläuterte die Expertin. Dazu hängen die drei Glocken oben auf dem Kirchturm völlig im Freien, eine Seltenheit. Aus Anlass des Jubiläums kann man in der Markuskirche eine Fotoausstellung besichtigen.