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Käfertal Philippinischer Kammerchor „Imusicapella“ gibt Konzert in evangelischer Unionskirche

Harmonie aus Fernost

Archivartikel

Wenn sich der gemischte Kirchenchor „Imusicapella“ auf Tournee begibt, müssen die philippinischen Amateursänger sämtliche Kosten selbst tragen. „Reisen mit Bus und Zug, das muss der Chor alles bezahlen“, bedauerte Organisator Helmut Seifert. Deshalb übernachten die Sängerinnen und Sänger, sofern möglich, unterwegs in fremden Gastfamilien. „Dann reduziert sich das auf die Fahrtkosten, das ist schon teuer genug“, erklärte Organisator Seifert. Ein Stopp ihrer Reise war auch die evangelische Unionskirche im Stadtteil Käfertal, wo der preisgekrönte Chor „Imusicapella“ ein gefeiertes Konzert gab.

Aus der Stadt Imus, die rund 404 000 Einwohner zählt, der philippinischen Provinz Cavite, stammt der gemischte Kammerchor, daher das künstlerische Wortspiel „Imusicapella“ als Ensemble-Name. „Sie sind zum sechsten Mal auf Europatournee und zum fünften Mal in der Region Rhein-Neckar“, schilderte Seifert stolz. Früher war der Pensionär Chemie-Ingenieur bei der BASF. Heute unterstützt er den Chor ehrenamtlich in dem er Kirchen in der Region als mögliche Konzertstätte anfragt.

Mit dem Stück „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ des Komponisten Heinrich Schütz eröffnete „Imusicapella“ unter Leitung von Dirigent Tristan Ignacio. In vollendeter Harmonie flossen die männlichen und weiblichen Gesangsstimmen ineinander. Während der folgenden Nummer „Cantate Domino“ schritten die weiblichen Gesangsstimmen voran und die männlichen Stimmen folgten in der Melodieführung. Bezogen auf das klassische „Jagdlied“ von Mendelssohn Bartholdy erläuterte Moderator Jester Crisostomo: „Es ist die Vertonung eines Gedichts von Joseph von Eichendorff über die Empfindungen bei einer Jagd im morgendlichen Wald.“

Feminin betörend bis verführerisch klang dagegen der Mambo-Rhythmus „Que Rico“ des Komponisten Guido López Gavilán.

Auf Spenden angewiesen

Zur Finanzierung seiner Tourneen ist der philippinische Gastchor, der in die Unionskirche bunte T-Shirts und eigens produzierte CDs mitbrachte, auf Spenden angewiesen. „Das Ensemble ist bis Anfang August auf Tournee. Bei mir zu Hause übernachten der Dirigent und noch eine Bass-Stimme“, erzählte Seifert in der Pause. „Der Chor setzt sich aus Studenten und Berufstätigen zusammen, die sich für diese Tournee Urlaub nehmen mussten“, schildert er den Aufwand der Sänger. Oftmals gestalte es sich schwierig, Gastfamilien für die Künstler zu finden.

In der zweiten Konzerthälfte, nach einem Kostümwechsel und dem nicht gerade frühlingshaften „Herbstlied“ von Mendelssohn Bartholdy, stimmte der Chor verschiedene Rock- und Pop-Stücke an. Zum Beispiel „Imagine“ von John Lennon, „We Will Rock You“ von Queen, „The Circle of Life“ von Elton John und „The Conversion of Saul“ von Z. Randall Stroope. In Bezug auf das letztgenannte Lied erklärte Moderator Jester Crisostomo: „Die Bekehrung von Saulus ist die bekannteste Geschichte über den Apostel Paulus.“

Besonders hervor stach der Song „A Thousand Years“, eine Filmmusik aus der Vampirfilm-Trilogie „Twilight“. Darüber hinaus intonierte der Kammerchor noch Stücke wie „Ronde“ von Maurice Ravel, „Laudate Dominum“ von Svilainis und „Dayo Dayo Kupita“ von Nilo Alcala.