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Sandhofen Frauenfrühstück der kfd in St. Bartholomäusgemeinde

Heimliches Trinken

Kaffee, frische Brötchen und ein Vortrag: Unter diesem Motto luden die Damen der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) der Bartholomäusgemeinde wieder zum Frauenfrühstück ein. Die Gäste erwartete ein Frühstücksbuffet, appetitlich angerichtet mit vielen frischen Zutaten. Als Gastrednerin hatte Christa Schwemlein, die Leiterin der kfd Sandhofen, Barbara Kreitner eingeladen, die zum Thema referierte.

Entspannt und sensibel

Vorrangig widmete sich Kreitner dem Thema Alkohol mit Erfahrungsberichten, da sie, nach eigenen Aussagen, eine Co-Abhängige sei. Die Referentin ging das nicht einfache Thema sehr entspannt und sensibel an. Sie erklärte genau, wie man eine Abhängigkeit erkenne. Nicht nur die Abhängigkeit des Partners, auch die eigene Abhängigkeit zeige sich mit bestimmten Ritualen. Das richtige Ziel bei der Hilfe und Unterstützung des Betroffenen sollte sein, ihn in eine zufriedene Abstinenz zu führen, so die ehrenamtliche Mitarbeiterin einer Selbsthilfegruppe in Lampertheim.

Die Alkoholabhängigkeit wechsele speziell bei Frauen in die Abhängigkeit von Tabletten. Diese, so Kreitner, geben ihnen durch die Geruchlosigkeit mehr Sicherheit beim Verbergen ihrer Sucht. „Es gibt viele Gründe, die in die Abhängigkeit führen“, so die Referentin.

Stress und Schüchternheit

Neben beruflichem Stress, Schicksalsschlägen zähle auch Schüchternheit dazu. Gerade Alkohol enthemme oft und mache mutiger. Gespräche zwischen den Partnern führen dann oft zu Konflikten, wenn der gesunde und nicht abhängige Partner sich mit mehr Wahrheit bei Gesprächen einbringe. „Wir sprechen hier über eine chronische Krankheit und nicht über einen Makel“, erklärte die Referentin. Der Rutsch in die Abhängigkeit und dem nicht mehr kontrollierten Trinken zeige sich mit dem Verstecken der Flaschen und dem heimlichen Trinken.

Wer Hilfe brauche, solle sich an Selbsthilfegruppen – auch in Begleitung Angehöriger – wenden. „Spaß am Leben kann man auch ohne Alkohl haben“. eng