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Neckarau Festrednerin Marianne Bade spricht sich für Badeverbot an Mannheims Lido aus / Interessengemeinschaft zufrieden / GKM-Chef meistert Fassanstich mit Bravour

„Ich fühle mich schon richtig wohl hier“

Archivartikel

Gäste, die im Schatten von Bäumen und Schirmen fröhlich feiern, Festredner, die klare Worte sprechen, knapp 100 Helfer, die an 17 Ständen originelle Aktionen anbieten und Kinder, die im sprudelnden Brunnen planschten. „Am Sonntag hätte es zwar ein bisschen kühler sein können, aber es ist alles gut gelaufen“, resümierte nach zwei Festtagen Claudia Küstner, die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Neckarauer Vereine (IG). Denn genau wie in all den Jahren zuvorkommt auch der Erlös des 16. Stadtteilfestes unter der Regie der IG der Jugend- und Vereinsarbeit der Vereine zugute.

Diesen Einsatz für das Gemeinwohl lobte auch Marianne Bade in ihrer Ansprache. Die SPD-Stadträtin, deren Amtszeit in wenigen Wochen endet, nutzte ihre letzte Eröffnung zum einen, um allen Helfer zu danken, „die dieses Fest organisiert haben und fest zu den Vereinen stehen.“ Zum anderen, um noch eine Stellungnahme in puncto Strandbad loszuweden.

Besucher aus der ganzen Region

Das wegen Waldbrandgefahr zur Zeit herrschende Grillverbot – „das auch kontrolliert wird“ – habe sich bereits ausgewirkt und bemerkbar gemacht. Das befürchtete Verkehrschaos sei am vergangenen Wochenende ausgeblieben. Durch das Grillverbot werde „unendlich viel Verkehr kanalisiert“. Vor allem auch Besucher aus dem Umland: „An den Autokennzeichen sieht man, dass viele aus der Region anreisen.“

Zudem sei sie ganz entschieden für das Badeverbot an Mannheims Lido. Es könne nicht sein, dass Wegen des Vergnügens einiger Weniger das Leben von Helfern und Rettern in Gefahr gebracht werden könne. Die DLRG habe es bereits abgelehnt, Wachen aufzustellen. Zu Sponsoren wie Diringer & Scheidel gesellten sich beispielsweise auch die VR Bank Rhein Neckar oder McDonald’s, auf deren Hüpfburg die kleinen Festgäste wieder ihren Spaß hatten. Auch der Bezirksbeirat unterstützte das Stadtteilfest zum wiederholten Male. Doch seit 28 Jahren ist nun schon das Großkraftwerk (GKM) Hauptsponsor des Statteilfestes. Und so lag auch die Aufgabe des Fassbieranstichs in den Händen des neuen Technischen Vorstandes Gerard Uytdewilligen. Für den Mann aus den Niederlanden eine echte Premiere.

„Ich hab das noch nie gesehen, geschweige denn gemacht“, erzählt er lachend. Und meistert die Aufgabe mit einem einzigen Schlag mit Bravour. Zusammen mit seiner Frau Karin besuchte er das Fest. Und obwohl seine bessere Hälfte mit den beiden erwachsenen Kindern in Holland wohnen bleibt, schwärmen die Beiden von Neckarau. „Ich fühle mich hier schon richtig wohl“, so der Technische GKM-Vorstand: „Und es ist besonders wichtig und es freut mich sehr, zu sehen, wie perfekt die nahe Nachbarschaft zwischen GKM und Bürgern klappt.“

Paddeln und Kinderschminken

Und auch der GKM-Chef nahm sich Zeit für einen Rundgang zu den Ständen. Während die zwölfjährigen Nico und Julian das Innenleben eines Einsatzwagens erklärten, konnten die Gäste am Stand der Kanu-Gesellschaft Neckarau (KGN) ihre Kräfte an der Paddelmaschine messen.

Beim Kinderschminken der „Pilwe“ verwandelte sich der dreieinhalbjährige Tamino unter den geschickt malenden Händen eines Gardemädchens in einen Tiger. Nur um sich kurz darauf samt Kleidern im Brunnen zu vergnügen. Am Tresen der Sängerhalle Germania stand mit Christel Weidner, Eugen Strohmeier sowie Karola und Hermann Friedmann ein Quartett, das seit fast 30 Jahren beim Stadtteilfest mithilft. Und Kassiererin Andrea Yertan hatte auch ein Anliegen: „Wir würden sehr gerne auch Nachwuchs begrüßen.“

Der Förderverein des VfL Neckarau und des MFC 08 Lindenhof versorgten die Gäste mit kühlen Getränken, der Verein Geschichte Alt-Neckarau (VGAN), die Kanu-Gesellschaft Neckarau und die Neckarauer Narrengilde „Pilwe“ darüber hinaus eine große Auswahl an Essen, darunter auch Pfälzer Spezialitäten.

Fazit der Organisatoren: „Am Samstag war ein richtig guter Tag, am Sonntag einfach zu warm“, räumte Küstner ein: „Sonst hätte es an zwei Tagen gebrummt.“ Trotz der Hitze ist man sich doch am Ende einig über die zwei Festtage: „Wir sind zufrieden.“

Info: Fotostrecke unter www.morgenweb.de/Neckarau