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Neckarau Johannisgemeinden-Kantor Sikner voller Tatendrang

„Ich mag es, wenn Dinge passen“

„Come on let us go“ („Auf, los geht’s“) fordert der Gospelchor Mannheim-Süd die Zuhörer in der Johanniskirche auf. Die einzelnen Sänger verlassen nach und nach den Altarraum. Im hinteren Teil der Kirche treffen sie sich wieder. Als der letzte Klang verstummt ist, gibt es reichlich Beifall für das Stück aus der Messe „Missa Parvulorum Dei“ (Messe der Kinder Gottes), welches der Chor gerade gesungen hat. Immer wieder werden seit April einzelne Teile der Messe vom Gospelchor geprobt und während der Messe dargeboten.

Im Oktober soll sie dann in voller Länge zu hören sein. Dann feiert das Gospelprojekt Mannheim-Süd seinen musikalischen Jahreshöhepunkt mit „Missa Parvulorum Dei“ von Ralf Grössler für Chor, Solo und Orchester. Sonntag, 21. Oktober, 18 Uhr, in der Matthäuskirche Neckarau findet die Uraufführung statt. „Wir nutzen die Vorbereitung auf die insgesamt zehn Sätze der Messe für den Chor, um immer wieder Teile in Gottesdiensten vorzutragen“, berichtet Kantor Niklas Sikner, der das Projekt der Johannisgemeinde nicht nur am Klavier begleitet.

Taufe zweier kleiner Zuhörer

Der junge Kirchenmusiker berichtet voller Elan über die Arbeit mit dem Kirchenchor: „Das ist schon ein sehr interessantes Projekt. Eigentlich hat es schon die Kantorin Claudia Seitz, die ich ja zumindest bis Ende 2019 vertrete, ins Leben gerufen. Ich bringe das nur voran und hoffentlich zu einem guten Abschluss.“

„Pfarrerin Susanne Komorowski freut sich über den Arbeitseifer ihrer Kirchensänger: „Ich bin gespannt, wie das fertige Werk klingt.“ Die Gospel-Messe erzählt vom Umgang Jesu mit kleinen, unmündigen Kindern und Säuglingen.

Passenderweise wurden im Gottesdienst noch zwei kleine Schützlinge getauft: Jan und Jana Charlotte. Der Aufbau folgt dem „ordinarium missae“, in dem Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei eine besondere Bedeutung innehaben. Ergänzend erklingen wird durch fünf weitere Sätze. In der Mitte stehen eine Psalmvertonung und eine instrumentale Meditation. Die Aufführung fordert die versierten Sänger und Musiker, um das Ergebnis zu einem echten Konzertereignis werden zu lassen. „

Wir bräuchten eigentlich in jeder Stimmlage noch weitere Ergänzungen. Dann klingt das alles viel vollmundiger,“ so der Kantor. Auch stehe bereits ein weiteres Großprojekt an, wie der Kantor verrät: „Mit der ökumenischen Singschule erarbeiten wir gerade das Kindersingspiel ,Beethoven: Singen ist ein Götterfunken’. Die Texte stammen überwiegend aus der Feder von Hartmut Greiling.“ Die Aufführung, die für den 24. Juni zum Gemeindefest geplant ist, soll Sikner zufolge ebenfalls wieder ein Erlebnis werden.

Sänger-Freizeit geplant

In dem Singspiel gehe es um die Schwerhörigkeit Beethovens: „Da wir erst kürzlich die Messe in C-Dur dieses großen Komponisten aufgeführt haben, passt dieses Singspiel ganz gut. Ich mag es einfach, wenn die Dinge thematisch zusammen passen“, erzählt Sikner.

In dem Chor singen Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren. Um den Feinschliff zu erarbeiten, gehen alle ein paar Tage gemeinsam auf eine Sänger-Freizeit, in der viel gesungen werde.

Pfarrerin Komorowski verrät am Ende ebenfalls ein kleines Geheimnis: „Die beiden Täuflinge haben sicher deshalb nicht geweint, weil das Taufwasser ein wenig angewärmt war.“ Die nächste Kostprobe der Gospelsänger gibt es am 17. Juni, 11 Uhr, in der Matthäuskirche. has