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Innenstadt Neue Imagebroschüre des Bürgervereins Innenstadt West öffnet Blick für die Schönheit des Stadtteils

Kaum beachtetes Viertel mit besonderem Charme

Es gibt viele Broschüren über Mannheim – doch ein Stadtteil wird dabei immer wieder vergessen: Mannheim West. „Wir finden, dass dieser Teil der Quadrate zu wenig Aufmerksamkeit erhält“, erklärt Angela Kräft, die Vorsitzende des Bürgerverein Innenstadt West (BIW).

In einer BIW-Zukunftswerkstatt wurden Pläne geschmiedet für eine Imagebroschüre, die nun seit kurzem frisch gedruckt an verschiedenen Stellen im Stadtteil ausliegt. „Wir möchten den Bewohnern und Besuchern die Perlen des Viertels zeigen“, sagt Kräft. Rosa Segerer, die bereits ein Buch über Ludwigshafen geschrieben hat, hat dazu fünf Spaziergänge durch das Viertel in die Broschüre integriert.

Bei der Zukunftswerkstatt haben die Mitglieder viele Ideen eingebracht. Doch das Budget des Vereins war knapp bemessen. Dass das Mannheim-West-Projekt realisiert werden konnte war nur durch Anzeigenverkauf und die finanzielle Unterstützung durch den Bezirksbeirat möglich, so Kräft. Entstanden ist eine Hochglanzbroschüre von besonderem Format – nicht DIN A4 oder DIN A5, nicht klein oder groß, so dass sie in die Handtasche passt.

Multikulturelles Quartier

Die Bilder stammen vom professionell Fotografen Klaus Hecke, die Texte wurden von Sabine Eigenbrod überarbeitet. Eine Broschüre, die Spaß und Lust macht, auf Entdeckungstour zu gehen. Gezeigt wird: Mannheim West ist ein Stadtteil mit ganz eigenem Charakter: Es ist die bunte Mischung aus alteingesessenen Mannheimern, Einwohnern mit Migrationshintergrund, jungen Familien und Studenten verleiht Mannheim-West das Viertel so faszinierend machen.

Mehr als 20 000 Menschen leben im multikulturellen Stadtteil südlich der Kurpfalzbrücke bis hin zum Mannheimer Schloss, jenseits der Breiten Straße. Impressionen einer Bewohnerin der Mannheimer Weststadt: „Weißt du eigentlich, dass du in einem der schlimmsten Viertel von ganz Mannheim wohnst?“ Mit dieser Frage überraschte Rosa Segerer ein Bekannter vor einiger Zeit. Dabei hatte sie sich bis dahin in Mannheim-West nicht wie im Ghetto gefühlt, sondern gleich vom ersten Tag an pudelwohl – und das gilt bis heute. Da wären zum Beispiel die vielen kleinen Szne-Kneipen, Cafés und urgemütlichen Restaurants im gesamten Gebiet der Weststadt, die türkischen und italienischen Läden entlang der verlängerten Jungbuschstraße. Oder die buntbemalten Hauswände, die viele Kulturangebote der Reiss-Engelhorn Museen, der Sternwarte, des Junge Theaters in G7. Die kleinen Kinos Atlantik und Odeon sind ein Eldorado für Cineasten.

Dazu kommen der Marktplatz mit seinen mehr als 60 Bauernständen, die Brautmodenläden und Juweliere im sogenannten „Klein Istanbul“ hinter dem Marktplatz, gründerzeitliche Wohngebäude mit prachtvollen Fassaden und sehenswerten Hinterhöfen neben hässlichen Nachkriegsbauten. Auch die Gotteshäuser beeindrucken: Etwa die Jesuitenkirche, in der schon Mozart aufspielte, die katholische Citykirche St. Sebastian im barocken Marktplatzensemble, die denkmalgeschützte Trinitatiskirche. Sehenswert ist auch die Mannheimer Synagoge und nicht zuletzt die Lage zwischen Neckar und Rhein – all das verleiht Mannheim-West einen einzigartigen Charme – finden die Macherinnen der neuen Imagebroschüre.

Bunte Mischung

Ebenso wie die bunte Mischung der Bewohner: Hier leben alteingesessene Filsbacher. Ihr Name stammt vom Café Filsbach. In der Begegnungsstätte Westliche Unterstadt wurde zum Beispiel auch die Bürgerinitiative Innenstadt West gegründet. Im Viertel wohnen aber eben auch Einwohner mit Migrationshintergrund neben jungen Familien und Studenten.

Mannheim-West ist also definitiv nicht eines der schlimmsten Viertel in der Quadratestadt. Denn für manche mag es zwar nicht das Schönste sein – für Rosa Segerer, Angela Kräft und viele andere Bewohner und Geschäftsleute, die in der neuen Imagebroschüre ebenfalls zu Wort kommen, ist es aber auf alle Fälle das Charmanteste.

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