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Rheinau Wanderung des Vereins Ökostadt durch Waldgebiet

Keine Angst vor dem Ameisenlöwen

Für unbeteiligte Passanten war es vermutlich ein ungewöhnlicher Anblick. Rund 20 Personen standen am vergangenen Samstagnachmittag unter der Autobahnbrücke im Rheinauer Wald und starrten gebannt auf eine Vielzahl von Löchern im Sandboden. In diesen Trichtern genannten Behausungen wohnt der Ameisenlöwe.

Gerhard Rietschel, Biologe und Naturschutzbeauftragte der Stadt Mannheim, traute sich sogar eines der Tierchen auf die Hand zu nehmen. Angst löste er bei den Teilnehmern der naturkundlichen Wanderung durch den Rheinauer Wald und das Naturschutzgebiet Hirschacker damit aber nicht aus. Beim Ameisenlöwen handelt es sich nämlich nur um eine kleine Insektenlarve – mit großem und gefährlich klingenden Namen.

4300 Mitglieder aus der Region

Zu der Wanderung hatte der Umweltschutzverein Ökostadt Rhein-Neckar eingeladen, der zwar in Heidelberg ansässig ist, jedoch in Mannheim rund die Hälfte seiner mehr als 4 300 Mitglieder zählt. Das klare Ziel von Ökostadt: Interessierten im Rahmen des eigenen Umweltbildungsprogrammes vor Augen führen, welch besondere Natur eine Stadt wie Mannheim aufweist, erklärt Torsten Kliesch, Geschäftsführer des Vereins.

Das Naturschutzgebiet Hirschacker im Mannheimer Süden mit seinem lückenreichen Bewuchs, den Binnendünen und der Sandrasenflora und -fauna sei eine solche Besonderheit der Natur in der Quadratestadt. In diesem Gebiet gibt es viele seltene Tier- und Pflanzenarten.

Davon konnten sich die Teilnehmer der Wanderung selbst überzeugen und den dunkelblauen Blütenteppichen des Genfer Günsels und die purpurfarben blühenden Kartäusernelken bestaunen. Nur die seltene Röhrenspinnenart, die in dem Areal vorkommt, und der Dünen-Sandlaufkäfer ließen sich nicht blicken.

Bunt und vielfältig

Die Teilnehmer stellten bei der Wanderung fest, dass Mannheim nicht nur in seinen Schaufenstern bunt und vielfältig sein kann, sondern auch in seinen Naturarealen. Zudem konnten sie erfahren, wie wichtig die Arbeit der Naturschützer ist.

Das Gelände im Rheinauer Wald wurde bis in das Jahr 2014 militärisch genutzt und wurde zunehmend in einen Kiefernwald umgewandelt. Zudem gilt es als eines der bedeutendsten Flug-Sandgebiete Baden-Württembergs und wird seit einigen Jahren vom Naturschutzbund (NABU) in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. So soll aufwendig die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt erhalten bleiben. red

Info: Weitere Informationen unter www.www.oekostadt.org/