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Schönau Konzert im Jugendhaus mit vier Bands / Veranstalter wollen jungen Gruppen aus der Region eine Bühne bieten

Köpfe und Gitarren bewegen sich im Takt

Archivartikel

„Ich sehe hier ganz viele kluge Leute, denn ihr seid heute hier und nirgendwo anders“, lobt Markus Schleich, Lokalsänger der Wormser Metalband Colours of Autumn, die Konzertbesucher, die in überschaubarer Anzahl zum siebten „Jugendtraum“ ins Jugendhaus Schönau gekommen sind. Zwei Lieder hat die Band bereits gespielt. Der Applaus verrät: Es gefällt dem Publikum.

Das zeigt sich auch bei den folgenden Liedern, bei denen sich nicht nur die Köpfe und Gitarren der Musiker im Takt, sondern auch die Arme der Besucher bewegen, ihre Hände klatschen. „Ich will sehen, wie ihr headbangen könnt, und ich will Einsatz sehen“, fordert der Sänger die Anwesenden noch auf, bevor Colours of Autumn ihr letztes Lied spielt.

Bereits zum siebten Mal findet ein Konzert unter dem Titel „Jugendtraum“ statt, wobei jedes Mal ein anderes Musikgenre gespielt wird. Das Projekt ist eine Kooperation der Jugendhäuser Herzogenried und Schönau sowie der offenen Jugendarbeit Schwetzingerstadt. Im Mittelpunkt stehe die Chance, jungen Bands aus der Region eine Bühne zu bieten, so die Veranstalter. So ist auch die Band Orcus Patera aus Mainz, die Pforzheimer Band Gefrierbrand sowie die vierköpfige Band Half Past Eight aus Mannheim Teil der Aufstellung.

Mit der Blackened Death Metal-Band Octus Patera geht es weiter. Dabei ist jedoch nicht nur dumpfes Geschrammel, sondern melodiöse Riffs mit vielfältiger Dynamik zu hören. Die Interaktion der Musiker sorgt für eine intensive und ganz eigene Ausdruckskraft.

Während der Lieder schlendern die Gitarristen Frank Richter und Björn durch das Publikum, interagieren mit den Zuschauern – und Sänger Mo Freigeist springt, rennt um seine Kollegen, geht in die Knie und singt auf dem Boden liegend. Komplettiert wird die Band durch Thomas Glaser am Bass und Martin Zinke am Schlagzeug. Es sei jedoch das erste Mal gewesen, dass die Band ohne ihren Schlagzeuger auftritt. „Den haben wir heute digitalisiert mitgebracht“, erklärt Sänger Mo Freigeist.

Gefrierbrand verwandelt die Turnhalle des Jugendhauses Schönau endgültig in eine Fantasiewelt. Mit ihren Liedern erzählen sie Märchen und Sagen aus dem deutschsprachigen Raum auf ihre eigene veränderte und verzerrte Weise. So performen sie Geschichten von nicht so strahlenden Prinzen, hungrigen Hexen und dem Tod – das alles ausgefeilt, böse und selbstverständlich melodisch. Den Abschluss macht Half Past Eight. Die im Jahr 2011 gegründete Band, die auf langjährige Bühnenerfahrung zurückgreifen kann, lies fetzende Strophenriffs, harte Brüche und melodische Refrains hören. Das Zusammenspiel aus dynamischen Klängen und ein wiederkehrender Bezug auf Sozialkritik, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung zeichnet die Band aus. Thematisch beschäftigen sich die Lieder auch mit Themen wie dem Tod, dem Umgang mit Verlusten und verschiedenen Jenseitsvorstellungen, so auch die Titel ihres ersten veröffentlichten Albums: „Of Loss and Belief“.Märchen und Sagen verarbeitet die Band Gefrierbrand in ihren Stücken: auf veränderte und verzerrte Weise.

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