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Waldhof Heringsessen beendet die Kampagne des CCW / Voller Franziskussaal

Krokodilsträne zum Abschied

Archivartikel

Herzzerreißende Szenen spielten sich im Franziskussaal auf dem Waldhof ab. Es wurde gewimmert, geheult und gezittert, als sich der Trauerzug des Carneval Club Waldhof (CCW) langsam in den dunkel geschmückten Saal bewegte.

Die mitgeführte riesige Papierrolle reichte kaum aus, um die Tränen aufzufangen, die die Elferräte, Senatoren, Gardemitglieder und die Lieblichkeit Tamara I. vergossen, als sie König Karneval, der am Vorabend um Mitternacht verstorben war, die letzte Ehre erwiesen. „Ein Schnaps reicht da nicht aus“, meinte einer der Elferräte, als die versammelte Gesellschaft ein letztes Mal auf die vergangene Kampagne anstieß.

Pfarrer und Vizepräsident Notker Heep hielt die Trauerrede, in der er die närrische Zeit in Reimen noch einmal Revue passieren ließ. „Ihr liewe Leut, es ist vollbracht. Die Fasnacht wird nun zugemacht. Es war wieder mal keine Plage. Nein – es waren tolle Tage“, so der Fasnachtspfarrer. Er sang ein Loblied auf die Lieblichkeit Tamara aus Schauberts Malerland, die von nun an wieder bürgerlich Tamara Schaubert heißt. „Drum sag ich hier und heut – Danke für so viel Freud“. „Und gehst in die Geschichtsbücher bei einem tollen Verein, als geniale und bescheidenste Prinzessin nun ein, “ meinte Heep. Mit einem „So ist es und so soll es immer soi, es grüßt Euch Euer Vize mit einem leisen Ahoi“, beendete der Pfarrer seine Trauerrede.

Dann war es aber endgültig soweit: Der Sargdeckel schloss sich für diese Kampagne. Alle waren traurig. Dies hielt aber nicht lange – trotz hervorragender Heringe und Pellkartoffeln, vom Elferrat in weißen Handschuhen serviert. Es wäre nicht der CCW, wenn es nicht doch noch ein kleines, aber feines Programm gegeben hätte, wie es Präsident Rolf Remmele versprochen hatte. Jugendtanzmariechen Jenny Zhou, Juniorentanzmariechen Justice Schmied und Alina Gräff sowie Aktivensolist Andre Pascarella setzten ein letztes Mal die Schwerkraft außer Kraft und wirbelten über die Bühne. Der Senat und der auf mittlerweile 29 Mitglieder angewachsene Elferrat wurden vom Vorsitzenden Stefan Höß in den „wohlverdienten Ruhestand“ verabschiedet. Angelika Remmele blickte in der Bütt in Versen auf die Zeit mit der Prinzessin zurück.

Senatspräsident Stefan Wolf und Senator Klaus Schillinger verabschiedeten sich bis zur nächsten närrischen Zeit, indem sie ihren Geldbeutel wuschen und vor allem für die Jugendarbeit des CCW spendeten. Mittlerweile tanzen fast 100 Jugendliche in den verschiedenen Garden. Aus dem bis dahin dezenten machte der Präsident schließlich doch noch ein letztes donnerndes „Ahoi“. Da kullerten der Prinzessin zum Abschied doch noch ein paar Krokodilstränen aus den Augen, die sich für eine schöne Zeit bedankte. „Die Show ist aus, wir geh’n nach Haus“ beendete den Abend. has