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Neckarstadt Sommerliche Veranstaltungsreihe mit Lesungen und Musik geht in die zweite Runde

Kultur mit Blick auf den Fluss

Archivartikel

Kultur findet nicht immer nur hinter verschlossenen Türen statt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur am Neckar“ werden den Sommer über in der Neckarstadt-West Konzerte und Lesungen unter freiem Himmel stattfinden. Und zwar mit Blick auf den Fluss. Vergangenem Sommer sind die Sitzstufen am Neckar bereits zum kulturellen Treffpunkt geworden.

Jetzt geht die Reihe des Mannheimer Quartiermanagements und dem Kulturamt in die zweite Runde Jeden Donnerstag ab 20 Uhr bis einschließlich 26. Juli verwandeln sich die Sitzstufen am Neckar, direkt hinter dem Einraumhaus am Alten Messplatz zu einem Open-Air-Treffpunkt. Bands unterschiedlichster Musikrichtungen sowie szenische Lesungen werden die Besucher unterhalten. „Kultur am Neckar“ findet 2018 erstmals im Rahmen des neu ins Leben gerufenen Labels „Sommer in West“ statt.

Der Eintritt ist frei. „Wir legen großen Wert darauf“, sagt Wolfgang Biller, stellvertretender Leiter des Kulturamts. Man wolle mit dem Programm das Neckarvorland kulturell zu erleben. Nach der Premiere im vergangenen Jahr sei die Form dieses Jahr komprimiert worden, erzählt Quartiersmanager Gabriel Höfle. Man konzentriere sich auf Sommernachtslesungen und Musik. Zwischen 100 und 120 Zuschauer erwarten die Organisatoren pro Veranstaltung. Bis 22 Uhr geht ein Abend - aus Rücksicht auf die Bewohner. Dass „Kultur am Neckar“ donnerstags stattfinde, ist gewollt. „Am Wochenende gibt es schon ein vielfältiges Kulturangebot“, sagt Biller. Den Auftakt bilden die Auftritte der Bands „Idiophon“ und „A Girl Like Rambo“, die einen Mix aus Punk, Post-Punk, New Wave und Elektro auf die Bühne bringen. Die Sitzplätze werden immer knapper. Bevor die Bands loslegen, nutzt Melanie die Zeit, um ein wenig zu lesen. „Ich war vorheriges Jahr schon hier.“ Da es ihr gut gefallen hat, besucht sie den Auftakt. Welche Musik auf sie zukommt, weiß sie noch nicht. „Ich lasse mich überraschen.“ Sie plant, wenn es die Zeit zulässt, zu weiteren Terminen der Reihe zu gehen. Etwa, zu den literarischen Abenden.

Lieder über die Metropolregion

Das Trio „Idiophon“ eröffnet den Abend. „Wir spielen Post-Punk“, erzählt Drummerin Mel Sanchez. Die Mannheimer Band besteht seit rund fünf Jahren und singt auf Deutsch. „In den Liedern geht es um das Leben in der Stadt Mannheim sowie der Metropolregion“, verrät die Musikerin. Gemeinsam mit Gitarrist Maschd und Bassist Matze, dem Hauptsänger, bringen die junge Frau ausgelassene Stimmung auf die Neckarwiese. Wenn die Sänger „Es ist an der Zeit“ ins Mikrophon röhren, fällt das Stillsitzen schwer.

Alina ist zum ersten Mal bei der Veranstaltung. „Bei Facebook habe ich davon gelesen“, sagt sie. Ihr Nachbar wollte gern hingehen, weshalb sie sich auf der Treppe mit ihm treffen wird. Ihr gefällt nicht zuletzt die Kulisse. „Die Leute sind sehr nett und sympathisch. Toll finde ich, dass man hier auch essen und trinken kann.“ Tatsächlich haben einige Besucher Getränke und Snacks mitgebracht. Max ist mit Freunden beim Konzert. Nach einem dreimonatigen Praktikum lässt er seinen letzten Abend in Mannheim ausklingen. Tom nutzt das Event, um sich mit Kumpels zu treffen und sich den Feierabend zu versüßen. „Die Musik ist eine gute Mischung.“ Der junge Mann plant, weitere Veranstaltungen der Reihe zu besuchen.

Die Freundinnen Marie, Nemea und Lara haben ebenfalls einen schönen Abend. „Die Musik gefällt uns sehr gut“, lobt Marie und strahlt. Und mit der Dunkelheit übernehmen „A Girl like Rambo“ das musikalische Umrahmen der lauen Frühlingsnacht.