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Neckarstadt Geschäftsleute präsentieren Ideen zur Verkehrsberuhigung der Lange Rötterstraße / CDU lehnt Kompromissvorschläge ab

Lange Rötterstraße: Bürgerinitiative soll Lösungen für mehr Ruhe finden

Archivartikel

Die Lange Rötterstraße in der Neckarstadt-Ost als verkehrsberuhigte Zone – darüber haben nun Neckarstädter Gewerbetreibende im Gasthaus Uhland diskutiert und einen Kompromissvorschlag vorgestellt. Bei der Abendveranstaltung im Nebenraum im Uhland war der Andrang groß: Stühle, die noch irgendwo gefunden wurden, reichten nicht aus, um allen Interessierten einen Sitzplatz zu bieten. Einige mussten dann doch stehen.

Die Idee zur Verkehrsberuhigung stammt von der Grünen-Stadtfraktion, die gefordert hatte, die Straße zunächst nachts zu sperren und die Lange Rötterstraße als Zentrum der Neckarstadt-Ost vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Gemeinsam mit dem Einzelhandel, der Gastronomie und den Anwohnern wollen die Grünen die Straße zu einem echten Stadtteilzentrum weiter entwickeln.

Keine Autos stadtauswärts

Auslöser für die Versammlung der Geschäftsleute sind massive Bedenken: So gab es bereits Vorschläge, die Max-Joseph-Straße, die Uhlandstraße und der Geibelstraße vom parkenden Verkehr zu befreien (wir berichteten). „Dies ist für die Geschäftsleute und viele Anwohnern ein zu starker Eingriff“, so Andreas Kostarellos, der zu der Versammlung eingeladen hat. Von ihm stammt ein Kompromissvorschlag, der die Sperrung einer Autospur vom Cafe Adria bis zur Melanchtonkirche vorsieht, um Platz zu schaffen für einen Fahrradweg. Demnach sollte die Lange Rötterstraße zwischen der Pozzi- und der Kinzigstraße stadtauswärts für den allgemeinen Verkehr gesperrt werden. Eine Fahrradspur sollte lediglich Radler in beide Richtungen zulassen, was im Endeffekt bedeuten würde, dass Autofahrer nur in Richtung Alter Meßplatz fahren dürften. Kostarellos vertrat dabei die Gedanken der Gewerbetreibenden und bat um eine Verkehrswende mit Vernunft, in der miteinander und nicht gegeneinander um eine Lösung gerungen werden sollte. Probeweise, so der Vorschlag der Geschäftsleute, könnte nachts die Straße gesperrt werden. Ganze Straßenzüge vollkommen zu sperren, ginge laut Kostarellos aber zu weit und würde viele Gewerbetreibende langfristig zum Aufgeben zwingen. Für die Geschäfte müssten Entladezonen bereit gestellt werden, auf denen Lkw ihre Waren entladen dürften. Die Fußgängerwege müssten verbessert werden, weil sich viele Benutzer von Stadtbahnen nicht an die offiziellen Wege halten würden. Auch an einen Radweg über den Alten Meßplatz sollte gedacht werden.

SPD-Stadtrat Reinhold Götz mahnte, nicht alles auf einmal umsetzten zu wollen, sondern in kleinen Schritten zusammen mit der Verwaltung voranzukommen. Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier brachte diese Gedanken in die Diskussion ein: „Kein Anwohner hat das Recht auf einem Parkplatz vor seiner Haustür“, so der Stadtrat, der unterstrich, dass die Verkehrswende mit Nachdruck in der Stadt umgesetzt werden müsse.

Der CDU-Vorsitzende der Neckarstadt, Christian Stalf, legt sich im Gespräch mit dieser Zeitung fest: „Die CDU lehnt jede Form der Verkehrsberuhigung in der Lange Rötterstraße ab. Dabei spielt es keine Rolle, zu welcher Uhrzeit eine Verkehrsbeschränkung erwogen wird.“ So erklärte Stalf, dass sich seine Partei auch gegen Kompromissvorschläge in dieser Frage ausspreche.

Geschäftsleute entwerfen Plan

Für die CDU sei klar, dass das lokale Gewerbe in den Stadtteilen gestärkt werden müsse. Dafür sei es notwendig, dass Bürger das Gewerbe gut erreichen könnten. „Jedes Fahrzeug, das durch Verkehrsberuhigungen länger auf der Straße gehalten wird, beispielsweise durch Fahrtverlängerungen und Umleitungen, schadet dem Gewerbe und dem Klima in der Neckarstadt und Mannheim“, sagte Stalf. Die Gewerbetreibenden wollen nun eine Bürgerinitiative ins Leben rufen, die konkret plant. Das Gewerbe in der Lange Rötterstraße sollte dabei gestärkt und nicht behindert werden, wie dies in der Neckarstadt-West an manchen Orten bereits geschehen sei, so das Ziel.

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