Stadtteile

Käfertal Förderverein für die neue Franklin-Ganztagsgrundschule gegründet / Monika Konradi Vorsitzende

Lernwelten auf dem Wunschzettel

Archivartikel

„Am Anfang war die Schule leer, zum Glück ist sie es jetzt nicht mehr“: Diesen Rap-Song, geschrieben von Lehrerin Klaudia Kaczmarek, haben die Schüler der Franklin-Grundschule bei der Einweihung ihres Lesezimmers präsentiert (wir berichteten). Aber er bezieht sich natürlich auf das gesamte Gebäude an der Wasserwerkstraße, wo im September des vergangenen Jahres die neue Ganztagseinrichtung ihren Betrieb aufgenommen hat.

In der Bücherei können die Kinder zum Beispiel in „Froggy’s Sleepover“ von Jonathan London und „Klabautermann an Bord“ von Sams-Schöpfer Paul Maar schmökern. Oder sich in den benachbarten Snoezelenraum zurückziehen, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Jede Menge weitere Angebote schaffen möchte Schulleiter Oliver Gunter. Dabei hilft ihm jetzt der neu gegründete Förderverein.

„Wir haben praktisch aus dem Nichts heraus gegründet“, berichtet Monika Konradi, die neue Vorsitzende des Fördervereins Franklinschule, der mit 17 Mitgliedern an den Start gegangen ist – fast der Hälfte der aktuellen Elternschaft. Aber auch für die anderen gelte: „Uns alle eint, dass wir die Notwendigkeit für diesen Verein sehen.“

Eine Schule ohne Förderverein – das bestätigt Oliver Gunter – gehe bei der Verteilung von Drittmitteln häufig leer aus. Sie dürfe „keine Spenden annehmen, ein Schulförderverein dagegen schon“, betont der Rektor – und fügt hinzu: „Darum freuen wir uns über dieses großartige Engagement der Eltern sehr.“

Auf Spenden sei die Franklinschule dringend angewiesen: Die Räume in der ehemaligen Elementary School an der Wasserwerkstraße wurden zwar vor Bezug im September 2019 renoviert – und der Neubau ist in Planung. Doch der „verbindliche Ganztagsschulbetrieb mit seinen Ruhe- und Unterrichtsphasen im pädagogisch sinnvollen Wechsel“ berge noch viele Herausforderungen: „Gerade Pausen ließen sich mit entsprechender Ausstattung viel schöner, viel sinnvoller gestalten“, sagt Anne Terhalle, zweite Vorsitzende des Vereins.

Initiative für den ganzen Stadtteil

Das ist bei weitem nicht alles, was auf dem „Wunschzettel“ steht: Gunter und seine vier Lehrerinnen haben inzwischen eine lange Liste an Anschaffungen und Angeboten erstellt, die sie gern realisieren würden: Bücher, Lernmaterialien zum Wecken der Neugier und dem Fördern der Selbstständigkeit oder Pausenhofspiele. Daneben gelte es, „Lernwelten“ zu schaffen, „die sich Kinder forschend-entdeckend in einer modernen Ganztagsschule erschließen können“. Auch „der soziale Ausgleich spielt natürlich eine Rolle“, betont Monika Konradi. Der Förderverein wolle in der Lage sein, Schüler aus wirtschaftlich benachteiligten Familien zu unterstützen, „etwa bei Ausflügen oder Klassenfahrten“. Nicht zuletzt verstehe sich der Verein deshalb auch „als wichtige gemeinschaftliche Initiative innerhalb des neuen Stadtteils Franklin – als Teil der neuen Gemeinde“.

Die Beteiligten sind sich dabei vollkommen bewusst, dass die eigentliche Arbeit vor ihnen liegt: Mitglieder werben und potenzielle Sponsoren ansprechen. „Dabei hoffen wir auch darauf, dass Mannheimer Unternehmen den neuesten Teil unserer Stadt unterstützen wollen – und dort gerade die kleinsten Bewohner“, sagt Konradi. bhr/red

Info: Weitere Informationen unter foerderverein-franklinschule.de

Zum Thema