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Rheinau Versöhnungskirche erhält Christussonne

Mannheimer Künstlerin setzt goldfarbene Akzente

Archivartikel

Es war Anfang der 60er Jahr des letzten Jahrhunderts als der Architekt Helmut Striffler mit dem Bau der Versöhnungskirche in Rheinau neue Wege in der Kirchenarchitektur beschritt. Losgelöst von allen historischen Konventionen nutzte er die Schlichtheit minimalistischer Form- und Stilmittel für das Gotteshaus am Marktplatz. Nichts darin sollte das Auge des Gläubigen ablenken. Einziger „Schmuck“ war das Kruzifix über dem Altar.

Pfarrer Uwe Sulger indes wollte nun die Schlichtheit seiner Kirche dafür nutzen, um der Kunst doch einmal einen Rahmen zu geben. Aus diesem Grund nahm er vor einiger Zeit Kontakt mit der ortsansässigen Künstlerin Bettina Mohr auf und bat sie um Unterstützung bei der Realisierung seiner Ideen. Die 1959 in Mannheim geborene und noch immer in der Quadratestadt wohnende Künstlerin arbeitet nun schon seit mehr als zehn Jahren als freischaffende Künstlerin. Für Bettina Mohr wurde das Anliegen zu einer Mission. Sie wollte die Kirche nämlich nicht nur mit Kunst füllen, sondern darin durch Kunst Akzente setzen, die in harmonischem Einklang zu den bestehenden Gegebenheiten stehen – ohne dem ursprünglichen Ansinnen des Architekten entgegenzuwirken. Nach zahlreichen Aufenthalten im Kirchenraum entschied sich Mohr schließlich dafür, dem Kruzifix über dem Altar einen Hintergrund zu geben.

Im Gegensatz zu der dargestellten Karfreitagsdramaturgie sieht sie nicht die Kreuzigung als Ende, sondern vielmehr als Beginn der Auferstehung. Deshalb erschuf sie die goldfarbene Christussonne mit einem Durchmesser von fast zwei Metern. Diese hängt nun in ihrer strahlenden Pracht hinter dem Kreuz. Sie vereint auf ihrer Oberfläche aus Blattgold und farbigem Schlagmetall himmlisches und irdisches Geschehen und wirkt als Licht der Auferstehung. Mohr sah außerdem in ihrer Serie „Farbtraum – Farbräume“ die Christussonne als Ergänzung zu den hohen Kirchenfenstern.

Musikalische Untermalung

Im Rahmen der feierlichen Präsentation des Ensembles begrüßte der Hausherr Uwe Sulger neben zahlreichen Gästen auch den Sohn des Architekten, Johannes Striffler, und die Kunsthistorikerin Ursula Dann, die sich in ihrer Arbeit mit den Betonkirchen in Mannheim auseinandersetzt. Gemeinsam mit Bettina Mohr, die das Kunstwerk als Schenkung an die Kirche übergab, vermittelte das Quartett Informationen über Kirche und Kunst.