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Neckarau Sportler der Gemeindediakonie trainieren im Gartenhallenbad für die „Special Olympics“ in Kiel

Mannheimer Medaillenjäger

Archivartikel

Die meisten, die da ihre Runden im Gartenhallenbad drehen, sind bereits Gold- oder Silbermedaillengewinner. Dennoch ruhen sich die Sportler der Gemeindediakonie nicht auf ihren Lorbeeren aus. Sie trainieren mit Feuereifer für die „Special Olympics“, die vom 14. bis 18. Mai in Kiel stattfinden. Bei den Wettkämpfen treten Athleten mit geistiger oder mehrfacher Behinderung an. In der Stadt an der Ostsee gehen mehr als 4600 Menschen in Disziplinen wie Handball, Basketball oder eben Schwimmen auf Medaillenjagd.

Üben zwei Mal wöchentlich

Die Mannheimer Sportler sind hochmotiviert. Sylvia Freyhof, die Delegationsleiterin und Trainerin der Schwimmmannschaft aus der Quadratestadt, ist begeistert: „Mit insgesamt 24 Athleten und zehn Betreuern werden wir Mannheim würdig in Kiel vertreten“. Im Gartenhallenbad trainiert sie die Schwimmer Dane Jalda Marquart und ihre männlichen Kollegen Niko Stevanovic, Andreas Bergmann, Christian Schmidt und Nedelko Antonic. Mit einem Schild, auf dem „Hälfte“ steht, zeigt sie den Sportler an, dass sie 50 Prozent ihres Trainingsprogramms absolviert haben. Kurz darauf motiviert sie eine Schwimmerin mit einem anderen Schild zur Leistungssteigerung. „Schneller“ ist zu lesen – mit drei Ausrufezeichen.

Jetzt kurz vor dem entscheidenden Wettkampf geht es zwei Mal in der Woche ins Bad. Normalerweise trainieren die Schwimmer nur ein Mal pro Woche. Zusätzlich für die Kondition steht noch eine Übung auf dem Fahrrad auf dem Programm. „Schließlich sollen alle fünf Olympioniken, die am Schwimmwettbewerb teilnehmen, ihr Ziel auch erreichen“, so Freyhof. Die Anforderungen sind hoch. 1000 Meter müssen absolviert werden.

Die insgesamt 19 Sportarten, die in Wettkämpfen ausgetragen werden, laufen für die Athleten unter dem Motto „Gemeinsam stark“. Die Delegationsleiterin ist schon gespannt: „Das wird ein spannender Wettbewerb.“ Die Quadratestädter treten in vier Disziplinen an: Schwimmen, Fußball, Damenbowling und Leichtathletik mit Minispeerwurf und Kugelstoßen, berichtet Vera Hullen von der Gemeindediakonie. „Wir werden sicher auch die anderen Sportler lautstark unterstützen, so wie wir Mannheimer das gewohnt sind“, freut sich Freyhof auf die Wettkämpfe, die alle zwei Jahre ausgetragen werden.

Die Regeln bei den Wettbewerben werden entsprechend der jeweiligen Behinderung angepasst. Vorab dürfen sich die Teilnehmer einschwimmen. Anschließend müssen sie sich durch einen Vorlauf für das Finale qualifizieren. Darin entscheidet es sich, ob es für eine Medaille reicht oder eben nicht.

„Das wird schon klappen“, sind auch die Sportler motiviert. Freyhof hält ihnen ein anderes Schild vor die Nase: „Beendet“ steht darauf – das Training ist vorbei. Der Schnellste hatte die 1000 Meter an diesem Nachmittag in knapp über 38 Minuten absolviert, wie Zeitnehmer Moritz Ambrosch erklärt. Noch erfreulicher: Alle Schwimmer liegen in dem vorab ausgemachten Zeitrahmen, der unter 40 Minuten sein sollte.

Hilfe von Vereinen und Firmen

Ohne finanzielle Unterstützung wäre die Teilnahme aber dennoch zum Scheitern verurteilt. „Hier springen vor allem die Adler Mannheim, aber auch viele Firmen und private Spender ein“, so Hullen. „Alle müssen schließlich untergebracht und verpflegt werden“, bestätigt auch Delegationsleiterin Freyhof.