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Rheinau Begegnung und Austausch beim inklusiven Fest in der Gemeindediakonie

"Mauer im Kopf einreißen"

Zu einem inklusiven Fest der Begegnung luden jetzt die Verantwortlichen der Gemeindediakonie Mannheim in ihre Räumlichkeiten in der Bohnenbergerstraße ein. "Es ist die erste Veranstaltung dieser Art", berichtete Antonia Lesle von der Geschäftsbereichsleitung. "Wir wollten eine Möglichkeit zur Begegnung und zum Austausch bieten", betonte sie. Menschen, die sich für die Arbeit der Diakoniewerkstätten interessierten, könnten sich hier einen Überblick verschaffen.

"Hier im Haus sind derzeit 140 Mitarbeiter beschäftigt", so Lesle. Ziel sei es, Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkung im Bereich Holz- und Metallverarbeitung sowie in der Hauswirtschaft beruflich zu rehabilitieren und so auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln. Lesle: "Das gelingt uns immer besser." Die Firmen öffneten sich immer mehr.

"Wir begegnen einem höheren Interesse für unsere Arbeit", wie die Geschäftsbereichsleiterin versicherte. Sabrina Lauer hat den Schritt auf den Arbeitsmarkt bereits gewagt und ist glücklich. "Ich habe vor einem Jahr eine Anstellung als Küchenkraft im Café Landolin auf dem Waldhof gefunden", berichtete sie. Das habe ihr persönlich viel gebracht. Insgesamt gelte es aber weiter, Barrieren und Berührungsängste gegenüber Menschen mit Handicap abzubauen, meinte Antonia Lesle. "Deshalb haben wir auch an diesem Tag die Leute eingeladen, um Inklusion hautnah zu erleben." Dazu sollten die Besucher Spaß haben, unterstrich sie. Verschiedene Workshops lockten mit der Möglichkeit, gemeinsam zu kochen oder zu trommeln. Darüber hinaus konnten sich musikalische Gäste am Feenharfenspiel versuchen.

Wer sich in seiner Kreativität immer noch nicht ausgelastet sah, durfte sich an einer Collagenwand mit einem Motiv verewigen. Die jüngsten Besucher waren gut beim Kinderschminken oder auf der Hüpfburg aufgehoben. Ein Rollstuhlparcours bot zudem die Möglichkeit, einmal die Perspektive zu wechseln. Immer wieder assoziierten die Leute falsche Bilder mit einem Behinderten, beschwerte sich Bastian Wurbs. Er bemerke oft bei seinem Gegenüber eine Unsicherheit. "Ich sitze selbst im Rollstuhl, da sind die Leute manchmal übervorsichtig", sagte er. Wurbs arbeitet derzeit als Telefonzentralist im Stadtteil Vogelstang. Allzu oft würden darüber hinaus die intellektuellen und sozialen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter unterschätzt, erzählte Antonia Lesle. "Wir wollen aus diesem Grund die Mauer im Kopf einreißen", betonte sie.

In der Adventszeit gibt es dann einen weiteren Termin für die Öffentlichkeit. "Dann verkaufen wir traditionell wieder die in unseren Werkstätten gefertigten Adventskränze, die sind bei den Leuten sehr beliebt", verriet Lesle.