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Waldhof Bezirksbeirat fordert mehr Plätze in Krippen und Kindergärten – doch schnelle Lösungen sind nicht einfach zu finden

Mehr Familien, weniger Kitas

Archivartikel

Auf dem Waldhof fehlen Krippen- und Kindergartenplätze – das hat der Bezirksbeirat in seiner jüngsten Sitzung kritisiert. Und die Mitglieder des Stadtteilgremiums befürchten zudem, dass sich diese Situation noch weiter verschärfen könnte, da in einigen Straßen vor allem für Familien neue Wohnungen gebaut würden. Christel Faller, Vertreterin des Fachbereichs Jugendhilfe der Stadt, hatte in der Sitzung einen schweren Stand, die Situation zu erklären. In der Tat gebe es eine Unterversorgung im Stadtteil, insbesondere für Kinder im Alter zwischen drei Jahren und dem Schuleintritt, bestätigte die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung.

Als Betroffener rollt nicht nur Bezirksbeirat Alexander Manz zwischenzeitlich mit den Augen, da bei der Sitzung keine schnelle Lösung in Aussicht gestellt wurde. Zudem werde auch die evangelische Kirche ihre Betreuung in dem heruntergekommenen Haus in der Wiesbadener Straße wohl aufgeben müssen. „Das Haus ist völlig marode“, bestätigte der Sprecher der SPD im Bezirksbeirat, Stefan Höß. Damit entfallen weitere Plätze für die Kinderbetreuung.

Container oder Neubau?

Faller unterstrich, dass die Verwaltung eineinhalb neue Kitagruppen schaffen wolle, in denen 24 Kinder betreut werden können. Derzeit werde eine Interimslösung mit Containern bevorzugt. „Die Lösung ist teuer“, warf Höß ein, der zusätzlich darauf hinwies, dass auch die Einrichtung in der Hessischen Straße vor der Schließung stehe.

Faller unterstrich die schwierige Situation. Die Stadt sei mit vielen Beteiligten im Gespräch. Vor allem fehle es an geeignetem Gelände. Die bisherigen Prüfungen seitens der Verwaltung seien alle negativ verlaufen. Die Container dagegen könnten in der Friedrich Ebert Schule aufgestellt werden, so die Vertreterin der Stadt. Grundsätzlich wünschenswert sei es, so Faller, dass sich Stadtverwaltung und Kirchen auf eine langfristige Planung verständigten, damit frühzeitig Vorsorge zur Sicherung des Bestandsplatzangebotes getroffen werden könne. „Zudem haben wir im konkreten Fall Wiesbadener Straße gegenüber der evangelischen Kirche unsere Bitte formuliert, sollte die Kirche das Gelände veräußern oder verpachten wollen, uns frühzeitig auch darüber zu informieren.“ Die evangelische Kirche habe der Verwaltung signalisiert, dass kirchenintern eine Entscheidung darüber in frühestens sechs Monaten erfolgen werde.

In der Fragerunde regt eine Anwohnerin an, ob nicht geeignete Räume im ehemaligen Einkaufszentrum geschaffen werden könnten. Das werde von der Verwaltung geprüft, so Faller. Grünen-Bezirksbeirat Markus Corcelli warf ein, dass es ja nicht nur mit dem Platz für die Kinder getan sei, es müsse dann ja auch entsprechendes Personal eingestellt werden. „Damit habe die Stadt bisher nicht so große Probleme gehabt“, hielt dem Faller entgegen.

Höß unterstrich, dass es eine Katastrophe für Familien sei, auch eine finanzielle, wenn auch die Einrichtung in der Hessischen Straße geschlossen werden müsse. Bezirksbeirätin Gudrun Müller unterstrich, dass dies eine „prekäre Situation“ sei. Die Stadt müsse sich schon ganz schnell etwas einfallen lassen, um das Problem zu lösen.

Der Verwaltung sei bekannt, dass die Kinderzahlen auf dem Waldhof deutlich zunehmen. Es brauche aber Zeit, um ein neues Kinderhaus zu errichten, führte Faller aus. Leider seien die bisherigen Flächen alle nach genauerer Prüfung nicht für die vorgesehene Nutzung als Krippen- oder Kindergartenplätze geeignet gewesen. Aber die Suche gehe weiter, so die Vertreterin der Stadt.