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Neckarau Malerin Sabine Wendtland feiert Vernissage

„Meine Bilder machen Bam!“

Archivartikel

Im Foyer und im Restaurant des Steubenhof-Hotels „Best Western Plus“, das nationale und internationale Gäste beherbergt, im Stadtteil Neckarau sprechen die Wände momentan französische Sprache. Mit einer Vernissage feierte dort Malerin Sabine Wendtland die Eröffnung ihrer Sonderausstellung mit abstrakten Gemälden. In seiner Festrede beschrieb Hotel-Direktor Leandros Kalogerakis die gehängten Exponate der in Oftersheim lebenden Künstlerin als „ausdrucksstark und abwechslungsreich“. Bis Februar 2020 kann man die farbig explosiv wirkenden Gemälde betrachten.

Wilde Farbschwünge

„Wir empfangen hier Gäste aus den Stadtteilen, aber auch aus aller Welt, das passt sehr gut“, erklärte Leandros Kalogerakis, der General Manager des Steubenhof-Hotels, in Bezug auf die mit französischen Titeln versehenen Bilder von Malerin Sabine Wendtland. „Sie dürfen durch das Haus laufen und die Werke bewundern“, ermutigte Direktor Kalogerakis die Besucher der Vernissage. Aus diesem Grund trägt die aktuelle Sonderausstellung den Titel „Jardin plein de couleur“, was ins Deutsche übersetzt „Ein Garten voller Farben“ bedeutet. Für musikalische Untermalung sorgte Akustikgitarrist Michael Kästner, der Bruder der Künstlerin, der diverse Songs anstimmte wie „Cotton Fields“ von Blues-Musiker Huddie Ledbetter, „City of New Orleans“ von Steve Goodman sowie eine mundartliche Eigenkomposition über die Dünenlandschaft in der Gemeinde Sandhausen südliche von Heidelberg.

Auf den Leinwänden sehen die Betrachter wild aufgetragene Farbschwünge, die ineinandergreifen, hektische Punkte und scharfe Kurven, in einer chaotisch anmutenden Formensprache. Häufig lässt sich die Malerin Sabine Wendtland durch Naturerscheinungen und Lichtphänomene inspirieren. „Am Rande der Stadt Mannheim findet man Felder, Wälder und idyllische Rheinauen. Ich bin ein Kind der Kurpfalz“, schilderte Künstlerin Wendtland während ihrer Ansprache. „Schon als Kind habe ich die Veränderungen der Jahreszeiten beobachtet“, erläuterte die 48-Jährige.

Darum sei für die studierte Kunstpädagogin, die Georgia O’Keeffe als Vorbild schätzt, das Malen „ein ästhetisches Geschenk“. Oft sind die dicken Farbschichten, die sich auf den Bildträgern überlagern, pastos und schroff. Da die Bilder trocknen, muss die Grundschullehrerin geduldig sein, bis die kreative Pädagogin mit Faible für die Provence die nächste Farbschicht auftragen kann. Das Gemälde mit dem Titel „Le printemps vert“, das für 900 Euro zu haben ist, sieht aus wie eine grüne Mooslandschaft mit weißen Spritzern darin. Wenn man lange genug wie hypnotisiert auf dieses Bild blickt - vielleicht steigt dann die Fantasy-Figur „Das Ding aus dem Sumpf“ daraus hervor?

Manchmal wirft die Malerin die Farben mit Distanz direkt aus der Flasche auf die Leinwand oder Sabine Wendtland verteilt die Acryl-Farbe mit einer Spachtel. „Ich verwende keinen Pinsel“, versicherte die Oftersheimerin. Diese dynamischen Bewegungen während des Malverfahrens sollen hinterher deutlich in den Bildern zu erkennen sein. „Meine Bilder machen Bam!“, benutzte Wendtland einen lautmalerischen Begriff aus der popkulturellen Comic-Sprache zur Charakterisierung ihrer Arbeiten.

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