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Quadrate Stadt stellt drei Entwürfe für Neugestaltung von Collini-Center vor / 150 Anwohner und Bürger bewerten Konzept

Mieter üben Kritik an Plänen

Archivartikel

Es ist ein Thema, das die Gemüter bewegt, wenn nicht sogar erhitzt: Für die Nachnutzung des städtischen Grundstücks des Collini-Centers interessieren sich vor allem die Bewohner des Wohngebäudes, das jedoch nicht verkauft wird. Beim Bürgerworkshop in der Aula der Eberhard-Gotheim-Schule erfahren die rund 150 Gäste mehr über die Pläne. Drei Vorschläge haben es beim Wettbewerb in die engere Auswahl geschafft. Wer genau dahinter steckt, erfährt niemand.

Die Konzepte werden zwar vorgestellt, doch um überhaupt erst in die Halle zu kommen, müssen die Bürger eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, damit keine Infos nach außen dringen. Bürgermeister Lothar Quast, der den Abend moderiert, möchte sicherstellen, dass keiner der Bewerber sich durch die Ideen der Konkurrenz einen Vorteil verschaffen können. Schließlich läuft der Wettbewerb noch bis zum kommenden Frühjahr. Dass der Büro-Turm abgerissen und nicht saniert werden soll, ist jedoch kein Geheimnis (wir berichteten).

Bürger geben Stimmzettel ab

Unter den Gastgebern befinden sich auch Projektleiterin Kathrin Limbach, die Leiterin des Fachbereichs Bau- und Immobilienmanagement der Stadt Silke Ruppenthal, sowie Architekt Jörg Aldinger, der den Mannheimer Gestaltungsbeirat leitet – und somit die eingereichten Entwürfe beurteilt. Mehr zu den Konzepten erfährt das Publikum von weiteren Jurymitgliedern, darunter der Architekt Gregor Bäumle. Nach der Vorstellung der verschiedenen Entwürfe eröffnet Bürgermeister Quast die Diskussionsrunde, bei der es viele Fragen aber auch Befürchtungen gibt. Zudem können die Teilnehmer die Vorschläge auf Stimmzetteln anonym bewerten und kommentieren. Die Ergebnisse fließen in die finale Entscheidung mit ein.

Klaus Heil ist einer der Besucher, der bei der Veranstaltung mehr erfahren möchte. „Ich bin Mieter“, erzählt er. Außerdem interessiert sich der Architekt im Allgemeinen für Städtebau. Zufrieden ist er nicht mit allen Ideen. „Mir gefallen nur zwei“, gesteht er. Doch im Endeffekt sieht er das Ganze nicht allzu dramatisch. „Wenn ein Entwurf kommt, der mir nicht gefällt, können wir ausziehen.“ Anders geht es einem Ehepaar beim Bürgerworkshop, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Wir sind Eigentümer“, erzählt der Mannheimer. „Von den drei Entwürfen ist nur einer halbwegs annehmbar“, klagt er.

Seine Frau sieht die Zukunft noch düsterer. „Ich bin mit allen dreien nicht zufrieden.“ Ein weiterer Bewohner des Collini-Wohnhauses, der anonym bleiben möchte, ist ebenfalls Eigentümer. „Ich habe vor zwei Jahren die Wohnung saniert“, erzählt er verärgert und fügt hinzu: „Ich verstehe nicht, wieso die Stadt sich ein Denkmal mit dem Rathaus setzen will und das Haus verfallen lässt.“ Er schließt nicht aus, auszuziehen, sollte das Ergebnis ihm nicht zusagen.

Auch Rebecca und Benedikt wohnen derzeit im Collini. „Wir sind nur Mieter“, sagt er. Das ganze Leben wolle man ohnehin nicht in dem Gebäude wohnen bleiben, verrät die Mieterin. Die Vorschläge sieht das junge Paar nicht so emotional.

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