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Serie „Erfolgreich im Stadtteil“ Der Laden „Shemonster“ repräsentiert auch den Lebensstil von Inhaber Bernhard Glimm

Mode als stetige Zeitreise

Archivartikel

Träumen wir nicht alle ein bisschen Vintage? Von Kleidungsstücken wie im Leben zu einer anderen Zeit. Ein Geheimtipp unter den Retro-ModeShops in Mannheim ist das vor einem halben Jahr neu eröffnete „Shemonster“ am Georg-Lechleiter-Platz 2. Der Laden besticht durch sein charmantes Flair, den ebenso charmanten Inhaber Bernhard Glimm und dessen einzigartige Auswahl an Einzelstücken. Von Armani bis hin zu Jil Sander sind viele Top-Marken vertreten – und das in einem hervorragenden Zustand. Wer sich noch unklar ist, ob Floral Paisley oder Grafik Print zu ihm passt, lässt sich vom Inhaber helfen. Der gelernte Raumdesigner berät seine Kunden liebevoll und fachmännisch.

Von „Skateboard-Kultur“ inspiriert

Was bedeutet der Name des Ladens, „Shemonster“, eigentlich? „Der Name stammt aus einem Roman, der in New York spielt“, erzählt Glimm. Die Roman-Figur verwandelt sich nachts in ein Monster, das Männer ins Jenseits befördert. Doch in dem schnuckeligen kleinen Laden in der beschaulichen Schwetzingerstadt gibt es keine Monster. Inhaber Glimm fand den Namen nur „so schön kurz und knackig“.

Der Herr im Haus sei sowieso Hund Oker – ein kleiner, schwarzer Mischling, der durch gute Hundemanieren glänzt. Was den Besuch bei „Shemonster“ so einmalig macht, ist nicht nur die hochwertige, gut sortierte Vintagemode für Frau und Mann zu fairen Preisen sondern auch der dazu passende Schmuck – gefertigt von Ehefrau Sabrina Glimm – und die freundliche, authentische Atmosphäre.

„Shemonster“ entspricht der Lebenshaltung von Bernhard Glimm. Er lebt, was er verkauft. Angefangen hat alles in seiner Geburtsstadt Lampertheim. Glimm, der seit 1986 als Raumausstatter bei der Firma Wohn-Chic in der Schwetzingerstadt arbeitete, begann nebenbei mit dem Verkauf von Sneakers von Zuhause aus.

Er baute sich ein Riesennetzwerk auf, verkaufte seine Schuhe an bekannte Musiker und DJs in aller Welt. Außerdem habe er auch damals schon „Klamotten“ verkauft. Durch seine Mutter, die Hutmacherin war, sei er schon immer „modeaffin“ gewesen. Doch die Mode in den 80ern, die eher für Normalos war, habe ihm nicht so gefallen. Das habe sich erst geändert mit der Skateboard-Kultur, deren Mode dann auch namhafte Modemacher aufgriffen.

Denn Glimm ist außerdem ein leidenschaftlicher Skateboardfahrer, der heute noch immer gern auf dem Alten Messplatz seine Runden dreht. „Skateboard-Kultur und Mode, das geht ineinander über“ sagte Glimm. Am 30. Oktober 2010 eröffnete er sein „Shemonster“ an der Ecke Schwetzinger-Straße/Kleinfeldstraße. Die Resonanz auf den Shop ist seither stetig gewachsen. Glimm verkauft primär Vintagemode der 90er Jahre. „Eine Jahrzehnt, aus dem ich persönlich viel profitiert habe, eine tolle Zeit für mich, in der sich sehr viel getan hat in Sachen Mode“, so Glimm. Außerdem verkaufte er bis ins vergangene Jahr auch noch Sneakers, fand das aber irgendwann langweilig. Im kleinen Laden an der Ecke bot er zudem alles an, was zur Skateboard-Szene gehört – bis hin zu ganz speziellen Decks. Einige dieser kunstvoll verzierten Bretter schmücken heute die Wände in den neuen Räumen.

Neues Domizil gefunden

Nachdem das Haus Ecke Schwetzingerstraße/Kleinfeldstraße verkauft wurde, fand Glimm vor einem halben Jahr sein jetziges Domizil am Georg-Lechleiter-Platz. Der Verkaufsraum ist zwar mit 35 Quadratmetern kleiner als vorher, aber nicht so verwinkelt und vor allem viel heller durch die zwei großen Schaufenster zur Straße hin. Besucher kommen schnell mit ihm ins Gespräch – das liegt nicht zuletzt an der lockeren, sympathischen Art des erfolgreichen Jungunternehmers.