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Rheinau Duha-Verein für Behinderte und Caritas-Quartierbüro feiern Einweihung des Gemeinschaftsgartens mit ökumenischer Segnung

„Möge die Saat auf gute Erde fallen“

Im frisch angelegten Gemeinschaftsgarten blüht eine Vielfalt an Obst und Gemüse: Koriander, Dill, Oregano, Jalapeños und Schnittlauch. Sogar Zuckermelonen lassen sich auf der Grünfläche finden, im Holzsetzkasten von Quartierbüro-Mitarbeiterin Christiane Rudic. „Die Zuckermelonen sind noch klein, ich hoffe, die werden noch etwas“, erklärte sie. „Wir wollen die Pflanzenvielfalt noch vor dem Winter ausbauen.“ In der Plankstadter Straße in Rheinau feierte der Gemeinschaftsgarten des Caritas-Quartierbüros und des kultursensiblen Duha-Vereins für Menschen mit Behinderung bei einer christlichen Segnung seine Einweihung.

„Wir können säen und gießen, aber für das Wachstum sind wir nicht zuständig, dafür brauchen wir Gottes Segen“, sagte der katholische Pastoralreferent Matthias Leis, der nach der gemeinsamen Ansprache mit dem evangelischen Pfarrer Uwe Sulger durch den Garten marschierte und aus einem Gefäß das idyllische Areal mit Weihwasser bespritzte. Als symbolisches Geschenk setzten die Theologen, unterstützt von Helfern, mit Schaufel und Hacke ein von Matthias Leis mitgebrachtes Feigenbäumchen in den Boden ein. „Möge die Saat auf gute Erde fallen“, wünschte Pfarrer Sulger.

Wie viel Freude das Arbeiten mit den eigenen Händen in einer Gartenparzelle bereiten kann, darüber sprach Bürgermeisterin Felicitas Kubala (Die Grünen). „Dann weiß man, das ist von mir, da ist kein Pestizid drin. In einem solchen Garten kann man beobachten, wie sich die Jahreszeiten darstellen.“ Nicht zuletzt diene ein Gemeinschaftsgarten als sozialer Treffpunkt. In Bezug auf die Anlage besteht ein Pachtvertrag zwischen dem Immobilienmanagement der Stadt und dem Caritasverband Mannheim.

Zwischendurch sorgte der türkische Akustikgitarrist Kadir Uzunpinarli für musikalische Umrahmung, indem der Duha-Musiklehrer Lieder anstimmte wie „Hello“ von Lionel Richie. Viele im Gemeinschaftsgarten verbaute Materialien bekam Christiane Rudic von Bürgern gespendet, so die Europaletten, aus denen Ehrenamtliche Holzsetzkästen für Hochbeete zimmerten. „Wer in Rheinau wohnt und selbst in dem Gemeinschaftsgarten anpflanzen möchte, darf sich gerne bei mir melden“, sagte Rudic, die einen Doktortitel der Geografie mit Schwerpunkt Stadtentwicklung trägt.

Rund um den Garten grenzt ein Maschendrahtzaun mit Tor das Gelände ein. Die Parzelle bietet als Biotop einen zusätzlichen Lebensraum für Kleintiere. In einer Ecke des Gartens befinden sich fünf Regentonnen und ein Komposthaufen. „Wir haben hier leider keine Standleitung und beziehen das Wasser aus dem Nachbargebäude, in dem sich früher die Stadtbücherei befand“, sagte Rudic. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit, die Jugendlichen des Stadtteils einzubinden. In einem nächsten Schritt möchten die Organisatoren Sitzgelegenheiten und einen Geräteschuppen zum Verstauen von Werkzeug aufstellen.

Info: Fotostrecke unter www.morgenweb.de/rheinau

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