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Pfingstberg Blues-Rock-Gitarrist Abi Wallenstein gastiert mit E-Pianist Ludwig Seuss von der Spider Murphy Gang beim Pfingstberg-Blues in Mensa der Pfingstbergschule

Motiviert und spielfreudig unterwegs

Archivartikel

Vor dem Haupteingang bildete sich eine lange Schlange an Besuchern, so dass sich der Konzertbeginn um einige Minuten verzögerte. Denn in der roten Mensa der Pfingstbergschule trat Blues-Rock-Gitarrist Abi Wallenstein auf, zusammen mit seinen drei Mitstreitern Ludwig Seuss an den E-Pianos, Tom Peschel an der Bassgitarre und Manfred Mildenberger am Schlagzeug.

„Der innenstädtische Jazz-Club Ella & Louis ist noch auf dem Weg, wir sind schon eine feste Größe, das Red House ist eine Institution“, freute sich Schulleiter Harald Knapp. „Unsere Mensa ist nicht nur eine Begegnungsstätte für Schüler, sondern auch für Erwachsene, im Sinne der Kultur“, erläuterte Schulleiter Knapp, der sich in diesen Worten bei Veranstalter Werner Aust für das Engagement bedankte. Mit 250 Besuchern war das Blues-Konzert mit Abi Wallenstein, der sich auf Tournee befindet, restlos ausverkauft.

Als sich die vier Musiker bestens gelaunt ihre elektrischen Gitarren umspannten und sich an die Tasten setzten, konnte man die aufgeregte Erwartung des Publikums förmlich spüren. Eine in der Luft regelrecht greifbare Situation der gespannten Vorfreude in der abgedunkelten Schulmensa war das. „Die ganzen Plakate von Red House hängen in meinem Rektorat“, erzählte Schulleiter Harald Knapp in Bezug auf die Konzertreihe Pfingstberg-Blues. In dieser intimen Atmosphäre interpretierte das viel gereiste Quartett um Blues-Rock-Reibeisenstimme Abi Wallenstein eine ungewöhnliche Version des Stones-Klassikers „(Get Your Kicks On) Route 66“. Dabei ließ Abi Wallenstein, der in Hamburg lebt und früher am Mannheimer Hauptbahnhof aufgetreten war, seine 1955 gebaute E-Gitarre der Marke Guild jaulen und kreischen, wie ein räudiger Straßenköter.

Nach dem lässigen und zurückgelehnten Song „Little Red Rooster“ zog das Spieltempo auf der Bühne merklich an. Seine E-Gitarre im Arm haltend und zärtlich streichelnd, spazierte Bandchef Abi Wallenstein tänzelnd umher, um den Augenkontakt mit dem Publikum zu suchen: Wer da wohl so alles an diesem Abend im Auditorium auf den Stühlen saß? Mühelos glitten seine Finger über das Griffbrett.

Wie eine gut geölte Rock’n’Roll-Maschine rollte die vierköpfige Combo munter vorwärts. Im Hintergrund stampfte das rhythmisch stoische Schlagzeug von Manfred Mildenberger, womit der Drummer seinen drei Bandkollegen den heißblütigen Takt vorgab.

Ungeachtet seines fortgeschrittenen Alters begibt sich Abi Wallenstein weiterhin unermüdlich und geistig sprühend vor Spielfreude auf Konzerttournee quer durch Deutschland. „Morgen bin ich im Erzgebirge. Musik hält jung. Wir sind so etwas von motiviert“, schilderte der begeisterungsfähige 74-Jährige, dem man sein reifes Alter kaum anmerkt, am Rande des Blues-Rock-Konzerts.

Um die Aufmerksamkeit auf seine Blues-Rock-Mitstreiter zu lenken, stellte sich Wallenstein zwischendurch links der Bühne in den Schatten der Scheinwerfer. Zum Beispiel als Keyboarder Ludwig Seuss, der seit 1987 Mitglied der berühmten Spider Murphy Gang ist, ein ausgefeiltes Solo ablieferte.

Außerdem spielte die Band noch Stücke wie den „Good Mornin’ Blues“ von Leadbelly und „Chain of Fools“ von Aretha Franklin. Schon mal vormerken: Am Freitag, 10. Juli, wird die bekannte Hammond-Organistin Barbara Dennerlein mit Erwin Ditzner und Jörg Teichert beim Pfingstberg-Blues in der Mensa der Pfingstbergschule auftreten. hfm

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