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Jungbusch Jazz im Busch mit Rainer Pusch und den „üblichen Verdächtigen“

Musik wie aus einem Guss

Archivartikel

Jazz vom Feinsten haben „Rainer Pusch und die üblichen Verdächtigen“ den Zuhörern im Laboratorio17 in der Jungbuschstraße serviert. Pusch zählt zu den bekanntesten Tenorsaxofonisten des Modern Jazz. Darunter wird eine Sammelbezeichnung verschiedener Jazzstile, die besonders etwa zwischen 1940 und 1960 einzuordnen ist, verstanden – zwischen dem Swing-Stil der 1930er und frühen 1940er Jahre und dem Free Jazz ab etwa 1960.

Saxofonist, Komponist, Bandleader, Kenner des „alten“ wie des modernen Jazz, Spezialist für südindische Musik, Vordenker, Wegbereiter, Querkopf, Weltenbummler – das und vieles mehr ist Rainer Pusch. Nach einem längeren Aufenthalt im Ausland war er wieder einmal Gast bei Jazz im Busch.

Viel Applaus für Soloparts

„Wir haben jetzt fast ein Jahr nicht mehr zusammen gespielt“, sagte Pusch zwischen zwei Stücken. Davon war aber in dem Konzert nichts zu spüren. Die Musik klang wie aus einem Guss gemacht. Das lag nicht zuletzt an den „üblichen Verdächtigen“, die aus Udo Sailer am Klavier, Thomas Netzsch am Bass und Arno Pfunder am Schlagzeug bestanden. Pusch, der seit mehr als 30 Jahren mit vielen Größen des nationalen und internationalen Jazz zusammenarbeitet, zeigte, dass er das Handwerk des Jazzmusikers beherrscht. Aber auch die Mitmusiker bewiesen in ihren viel beklatschen Soloparts, dass hier echte Meister ihres Faches auf der kleinen Bühne standen. Bereits der Einstieg mit „Keep me in mind“ oder der West-Coast-Klassiker über „Katherine“ mit Soli von Bass und Klavier begeisterten die Zuhörer.

Fast schon Bigbandklänge

Die Freude an der Musik steigerte sich im zweiten Teil des Konzerts mit Stücken wie „Jungle Fever“, bis bei „Song for Bilbao“ fast schon Bigbandmusik erklang. So war die Begeisterung der Freunde des klassischen Jazz nur verständlich.

Jazz im Busch ist eine kleine Reihe, die jeden Monat ein Konzert auf der Bühne des Laboratorio17 präsentiert. Seit 13 Jahren besteht die Reihe nunmehr. Das Programm wird von Organisator Steffen Rosskopf kuratiert und ist mit seiner Mischung aus lokalen wie überregional tätigen Künstlern, aus arrivierten wie ganz neuen und noch unbekannten Projekten inzwischen ein fester und Bestandteil der lokalen Musikszene.

„Das war wirklich ein tolles Konzert bei Jazz im Busch, das bekommt man nicht alle Tage zu hören“, meinte ein älterer Herr, der sich dann auf sein Fahrrad schwang und vor sich hin summend zufrieden nach Hause radelte.