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Neckarau Ensembles des Vereins „Akkordeon im Quadrat“ spielen Jahreskonzert mit Reilinger Gastorchester in der Rheingoldhalle

Musikalische Reise von „New York“ bis „Zurück in die Zukunft“

Manchmal wirkt eine wohldosierte Kurzpause in der konzertanten Dramaturgie genauso werkdienlich wie die eigentliche Musik: Nachdem das Erste Akkordeon-Orchester das Stück „Clowns“ des Komponisten Ian Watson zu Gehör gebracht hatte, herrschte plötzlich sekundenlange Stille. Um dann unvermittelt in einen tönenden Block mit imposanten Frank-Sinatra-Songs auszubrechen. Seit 2014 spielt der Musikverein „Akkordeon im Quadrat“ (AiQ) immer in der Vorweihnachtszeit sein Jahreskonzert in der Neckarauer Rheingoldhalle. Zuvor war das John-Deere-Forum jahrelang Austragungsstätte dieser Veranstaltung gewesen. Mit Liedern von Vivaldi und dramatischer Filmmusik aus „Zurück in die Zukunft“ erfreuten die verschiedenen vereinseigenen Formationen wieder die zahlreichen Zuhörer.

Wunderschöne Klangfarben

Gemeinsam mit dem befreundeten Hohner-Akkordeon-Orchester aus Reilingen eröffnete das Jugendorchester des Vereins mit einer „New York Ouvertüre“ von Komponist Kees Vlak.

Anschließend legte das Kiddy-Orchester mit den Nummern „Kiddy-Rock“ und „Be Happy“ nach. Im Publikum des abendlichen Hörgenusses saßen dabei weitere Vertreter befreundeter Musikvereine. Den Gesamtleiter und Dirigenten Johannes Grebencikov hielt es vor tanzender und bewegender Spielfreude kaum auf seinem schwarzen Podest. Zum Proben treffen sich die Ensembles des Vereins „Akkordeon im Quadrat“ regelmäßig in der Integrierten Gesamtschule Herzogenried.

Unter den vielen Mitgliedern befindet sich die junge Akkordeonistin Lisa Kammer, die beim Jahreskonzert im Trio das drei Sätze umfassende Einzelkonzert „L’Estate - Der Sommer, Opus 8“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi zum Besten gab. Die Zuhörer waren so begeistert, dass sie stehend Beifall klatschten. „Ich habe in der 4. Klasse mit dem Akkordeonspielen angefangen“, erzählte die 20-Jährige, die momentan Biotechnologie studiert, nach dem gelungenen Konzert. Das Akkordeon fasziniere sie schon von Klein auf: „Es ist ein vielseitiges Instrument, mit dem man verschiedene Klangfarben erzeugen und viele Musikrichtungen spielen kann.“

Im Scheinwerferlicht brillierte das Zweite Orchester mit den Beiträgen „Harmonika-Gruß“, „Dixietime in New Orleans“ und „Christian Bruhn à la carte“. Darüber hinaus stimmten Jugendorchester und das Reilinger Hohner-Akkordeon-Orchester die Nummer „Libertin“ an. Unter der französischen Bezeichnung „Libertin“ versteht man einen Freidenker, der überlieferte Traditionen ablehnt und einen ungewöhnlichen Lebenswandel pflegt. Nach diesem Dandy-haften Wort hat sich die englische Indie-Rock-Band The Libertines um Skandalsänger Pete Doherty benannt.

Richtig pompös klang zum Schluss die Suite „Back to the future“, der Soundtrack zu dem dreiteiligen Science-Fiction-Kinofilm „Zurück in die Zukunft“ aus der Feder des Filmmusik-Komponisten Alan Silvestri.