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Jungbusch Unterhaltung für Kinder und Container am Hafen

Nachtwandel mit neuem Becher und Programm

Der 15. Nachtwandel im Jungbusch wirft seine Schatten voraus, und im Hintergrund wird eifrig geplant und vorbereitet. Am 25. und 26. Oktober lädt der Stadtteil wieder zum bunten Kunst- und Kulturfest ein, das maßgeblich durch die Mitwirkung der Quartier-Bewohner geprägt ist.

Allein im Vorjahr haben über 30 000 Besucher den Nachtwandel besucht, was die Organisatoren auch in diesem Jahr wieder vor Herausforderungen stellt. „Der Nachtwandel bleibt ein spannendes Beteiligungsprojekt, zu dem unterschiedliche Menschen und Gruppen ihren Beitrag leisten“ so Axel Bentz, Veranstaltungsleiter bei der Stadt Mannheim. Daraus beziehe der Nachtwandel seinen besonderen Reiz.

Experimentierfeld für Ideen

Im Bereich der Darstellenden Künste und der Performance Art dient der Nachtwandel als Experimentierfeld, um kreative und innovative Ideen auszuprobieren. Dadurch kommt es jedes Jahr zu „nicht wiederholbaren Kunsterlebnissen, die jeden Nachtwandel einzigartig machen“, wie die Leiterin des Kulturamtes, Sabine Schirra, festhält. Neu ist in diesem Jahr ein kleines Kinderprogramm, das am Samstag ab 17 Uhr an verschiedenen Orten stattfinden wird und sich hauptsächlich an Familien im Jungbusch wendet.

In Zusammenarbeit mit dem im Hafen angesiedelten Logistikunternehmen Contargo setzen die Veranstalter in diesem Jahr am Verbindungskanal ein richtungsweisendes Ausrufezeichen. Entlang der Promenade werden bis zu zehn Container aufgestellt, in der sich unterschiedliche künstlerische Formate präsentieren. „An diesem ganz besonderen Ort kann Kunst und Kultur pur erlebt werden“, meint dazu Quartiermanager Michael Scheuermann, der sich zusammen mit den Programmkuratoren Bernd Görner und Steffen Rosskopf über das enorme Interesse von Kreativen freut, die Kulturcontainer in den Kultnächten mit Lesungen, Musik, Performances, Projektionen und Ausstellungen zu bespielen. Kulturschaffende und Künstler nämlich sind ebenso vertreten wie Stadtteilvereine, Initiativen und soziale Einrichtungen. Große Institutionen sind mit von der Partie wie auch die freie Szene, Galerien und Kneipen.

Die beiden christlichen Kirchen sowie die beiden Moscheen laden ebenfalls zu Begegnungen ein. Das Programm ist noch im Entstehen und wird besonders auf den Straßen, Plätzen und Hinterhöfen stattfinden. Auch in diesem Jahr steht der Nachtwandel für gelebte Nachbarschaft: Mit großer Begeisterung beteiligen sich die Jungbuschbewohner daran, beleben sonst nicht betretbare Höfe, machen Straßenmusik oder öffnen Ateliers für zwei Nächte. Das Fest, an dem unterschiedliche ethnische Gruppen beteiligt sind, soll den Zusammenhalt im Quartier stärken und den Wandel im Jungbusch nach außen tragen.

Insgesamt sind weit über 90 Anmeldungen für den Nachtwandel eingegangen. „Programmvorschläge, die nur auf Party, Gastro oder Straßenverkauf setzen, bleiben in diesem Jahr beim Nachtwandel außen vor“, betont Michael Scheuermann.

Trotzdem ist der Nachtwandel weiterhin auf die Unterstützung der Besucher angewiesen. Das Motto „Spenden statt Eintritt“ gilt nach wie vor. Deshalb hat die Klimaschutzagentur einen neuen Nachtwandelbecher aufgelegt. Der folgt der bewährten Maxime „Bleib deinem Becher treu“ und ist für fünf Euro zu erwerben. Wer einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten möchten, kann den Becher anschließend in eigens vorbereiteten Boxen zurücklassen und spenden. Die eingesammelten Becher werden gespült und sollen im nächsten Jahr wiederverwendet werden. lia

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