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Neckarau Gardetanzturnier der Pilwe in der Rheingoldhalle / Veranstalter zählt mehr als 850 Zuschauer

Nachwuchs auf hohem Niveau

Archivartikel

„Da vorne danze die Jungs und Mädels – eine noch der annnere“, einfacher und schöner wie Rolf Braun, der Präsident der Pilwe das Gardetanzturnier umschrieb, kann das kaum erzählt werden. In der Rheingoldhalle herrschte ein Leben, das diese Halle wohl schon länger nicht mehr erlebt hatte. Beim Gardetanzturnier wurden Figuren eingeübt, Muskeln angespannt und Kleidchen oder Kostüm zurechtgerückt. Zwischen den Sportlern saßen Trainer und Verwandte und freuten sich über die vielen Darbietungen, die auf der Bühne gezeigt wurden.

Da gab es Höchstleistungen zu sehen, wenn eine Garde präzise Sprünge zeigte oder ein Mariechen mit Salti und Rädern über die Bühne „flog“. Es war herrlich anzuschauen, mit welchem Feuereifer die Künstler ihr Bestes zeigten.

Viele Familien im Publikum

Rund 850 Gäste zählte Braun bei dem Turnier. Unterdessen rangen auf der Bühne Garden und Solisten um Punkte und Pokale. Lea Fiedler hatte ihren Auftritt mit der Jugendgarde der Löwenjäger schon hinter sich. „Wir haben gezeigt, was wir können. Jetzt hoffen wir auf ein gutes Ergebnis“, sagte die junge Dame. Sie hatte nicht nur Onkel Christopher Knorn aus Edingen als Begleitperson mitgebracht, sondern gleich den kompletten Familienanhang.

„Da muss man doch mitgehen, wenn die Enkelin hier tanzt“, sagte Oma Heidi. Zweimal in der Woche hatte Lea trainiert. „Das macht immer wieder Spaß, auch wenn es manchmal anstrengend ist“, sagt sie. Vater René war von dem Tag begeistert: „Das ist einfach toll, was hier den Tag über geboten wird, und welche Leistungen gezeigt werden.“ Für Präsident Rolf Braun ist ein solches Turnier eine Gelegenheit, sich zu präsentieren.

„Gerade kleine Verein leisten eine gute Arbeit, vor allem ist die ehrenamtlich. Auch hier wird Leistungssport betrieben, nicht nur bei den großen Vereinen. Wichtig sei, dass die Tänzer motiviert seien, immer weiter zu machen.

Gegenseitige Anerkennung

Gerade stand die Gloriagarde des TSV Wiesental auf der Bühne und zeigte ihr Können. Der Beifall der anderen Tänzer im Saal zeigte, dass jede gute Leistung auch mit entsprechendem Beifall belohnt wurde. Da stand das Konkurrenzdenken glücklicherweise im Abseits. „Wenn die Nichte tanzt, muss der Onkel doch dabei sein“, betonte Christopher Knorn erneut.

Langeweile – Fehlanzeige

Den beiden Betreuerinnen Ulrike Sauer und Tunja Reisedanz wurde auch nicht langweilig: „Da gibt es so viel zu sehen. Der Tag ist echt abwechslungsreich.“ Die Figuren würden von jedem Verein anders getanzt. Da sehe man schon große Unterschiede, stellte Ulrike Sauer fest, deren Sohn Marco auch auf der Bühne als Tanzmajor der Spargelstecher überzeugte.

Zoey, die jüngere Schwester von Lea, klatschte übrigens zu allen Vorführungen. Die Achtjährige war überzeugt, dass sie in ein paar Jahren ebenfalls hier tanzen wird. „Mir gefällt das“, meinte sie schüchtern. So gab es im Saal kaum jemanden, der sich langweilte.

Die viele Arbeit, die hinter der Organisation steckten, schafften die Mitglieder der Pilwe spielend, wenn sich das Turnier auch von 11 Uhr bis gegen 19 Uhr hinzog. Lea errang übrigens mit ihrem Mitstreiterinnen einen zweiten Platz. Die Löwenjäger heimsten alle drei Wanderpokale – für den besten Verein, die beste Ü-15 Garde und mit Tanzmariechen Celina Reischl für die Tagesbeste – ein. Einen ließ dieser Tag doch ein wenig kalt. Samu Knorn, vier Jahre jung, fand: „Das Essen und der Kuchen sind sehr gut. Das Getanze fand ich nicht immer schön. Aber geschmeckt hat es mir hier den ganzen Tag über.“

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