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Rheinau/Neckarau Mit lautem Ahoi bejubeln Fasnachter vom Straßenrand bunte Umzüge / Große und kleine Besucher trotzen Kälte bei Wind und Sonnenschein

Närrisches Finale auf der Gass’

Vorbei. Die Kappenfahrt des 1. Rheinauer Carnevalsvereins „Die Sandhase“ durch die Rheinauer Straßen ist gelaufen, zum Teil auch gefahren. Die Narren haben sich mit ihrem letzten „Sandhase „hopp, hopp, hopp!“ so verausgabt, dass die Stimmbänder am Aschermittwoch zum Abschmierdienst mit Korn und Hering müssen.

Der bei Zugaufstellung am Rheinauer Ring noch wolkenverhangene Himmel klarte auf, als das Stadtprinzenpaar kam. Für Miriam I. und Marucs I. war es „Ehrensache“, zum Umzug der „Sandhase“ zu kommen. „Die Fasnachtszüge in den Mannheimer Stadtteilen sind immer besonders schön“, schwärmte Miriam I. Punkt 14.11 Uhr setzte sich der bunte Zug der „Sandhase“ in Bewegung. Ausgelassen und gut abgesichert durch Polizei und Feuerwehr feierten die zahlreichen Besucher des Jubiläums-Kappenzuges am Rosenmontag in Rheinau.

Auf dem quietschgelben Wagen der „Sandhase“ ließen Präsident Holger Kubinski im Hasenkostüm und seine Elferräte das Jubiläum „55 Jahre“ mit einem dreifachen „Sandhase hopp!“ hochleben.

Fünf Vereine, unter anderem auch die Neckarauer „Pilwe“ und die „Grokageli“ sorgten für gute Stimmung trotz Kälte und schneidigem Wind. Ein Wagen voller Clowns der Firma Ries Electronic bildete den Abschluss des bunten Lindwurms. Die Narren, die den Zug bestaunten und versuchten, den bissigen Wind nicht an sich zu lassen, tranken sich mit wärmenden Getränken Fastnachtsstimmung an.

Unzählige Hände schnellten in die Höhe, als Bonbons, Popcorn und Papiertaschentücher in die Menge geworfen worden. Immer wieder sprangen kleine Kinder, meist als Tiger oder Bär verkleidet, auf die Straße, um auch die letzte Süßigkeit zu erhaschen. Renate und Josef Kreuzer und ihre drei Enkel hatten schweres Geschütz aufgefahren: Die Tüten waren fast größer als die Kinder selbst. „Die Beutel sollen voll werden, und die ganzen Süßigkeiten essen wir dann gemeinsam auf“, sagten Mariel (7) Jonas (5) und Hanna (4) stolz.

Ausgelassene Stimmung

Einen Tag später hieß es raus auf die Gass‘ zum Fasnachtszügl der Neckarauer Narrengilde. Mit „ Pilwe Ahoi!“, stimmte Präsident Rolf Braun auf den kunterbunten Umzug ein. Unter dem diesjährigen Motto „Die Pilwe nie mit Frohsinn sparen und das seit 63 Jahren“ strahlten die Akteure und die närrischen Besucher mit der Sonne um die Wette.

Die Stimmung war so heiter wie das Wetter und so wurde schon bevor der Startschuss für den Zug fiel, getanzt und geschunkelt. 15 Zugnummern, acht Wagen und fast ebenso vielen Fußgruppen von Neckarauer Vereinen und anderen Zugteilnehmern sorgten bei den zahlreichen Narren am Straßenrand für allerbeste Stimmung.

Der närrische Lindwurm wurde angeführt von der Polizei, die das bunte Treiben absicherte. Ihr folgten der Musikzug, Stoppelhopser, Garden, Jugendtanzmariechen, Juniorentanzmariechen. Funkenmariechen, „Pilwe“-Muddis, Elferratsfrauen und der Motivwagen der „Pilwe“. Der Elferrats-Wagen war unter Bezugnahme auf die Entstehung des Namens der „Pilwe“ geschmückt mit buntkarierten Federkissen.

Politische Aussagen sind in Neckarau schon lange eine Seltenheit. Nur einer machte sich über die durch Donald Trump und Kim Yong-un verursachte Kriegsgefahr lustig. „Kim‘t alle auf die TuS, da gibt‘s Bomben-Fußball“ lautete das Motto der AH-Mannschaft des TSV Neckarau. Vor allem der Wagen der Kanugesellschaft Neckarau mit Piratenschiff und kleinen Beibooten begeisterte zwischen Blasmusik und Traditionsvereinen die ausgelassen feiernden Zuschauer.

Gutsel wurden in solchen Massen geworfen, dass viele Kinder, die am Straßenrand mit großen Tüten Süßes sammelten, allmählich wählerisch wurden. Sabine (6) und Sabrina (3) waren mit Mama Mirzela Hodzibajné gekommen, um sich schon in jüngsten Jahren für die Neckarauer Fasnacht zu begeistern und dabei jede Menge süße Beute zu machen.

Mit gewohnter Kurpfälzer Fröhlichkeit zog der kunterbunte Fasnachtszug von der Angelstraße durch das Herz von Neckarau und über die Rheingoldstraße bis zum Festplatz am Niederbrückl.

Auf dem Marktplatz hatte die IG Neckarauer Vereine einige Preise bereitgestellt und eine Jury prämierte die originellsten Teilnehmer.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/fasnacht

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