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Veranstaltung Historischer Umzug beim Stadtteilfest mit 200 Teilnehmern / Gemeinde feiert Zusammenlegung mit der Stadt Mannheim / Ehe zwischen Mannheim und Neckarau nachgespielt

Narren führen Festzug mit Pferden und Traktoren an

Archivartikel

120 Jahre – so lange hält nun schon die Ehe zwischen dem Dorf Necharavw und der Stadt Mannheim. Natürlich muss dieser Hochzeitstag auch gebührend gefeiert werden: Beim Stadtteilfest am Sonntagnachmittag in Neckarau zog das Brautpaar beim siebten historischen Umzug durch die Straßen.

Vorausschauend wie vor 120 Jahren, als Neckarau am 23. Dezember 1899 mit der Stadt Mannheim zu einer Gemeinde zusammengelegt wurde, verhielt sich die Hochzeitsgesellschaft auch beim Umzug.

Als Braut-Neckaravw verkleidet reiste Gertraude Karusseit per Kutsche mit Brautvater an, gespielt von Helmut Wetzel. Dagegen kam der Bräutigam, Rolf Braun aus Mannheim einfach zu Fuß an. Allerdings begleitet von einem großen Gefolge, darunter die Trauzeugen, Großherzog Wolfgang Reinhard und Großherzogin Veronika Reinhard. „Ich heirate zum siebten Mal und hatte noch nie eine Hochzeitsnacht, aber heute würden wir doch nur aneinanderkleben“, meinte der Bräutigam augenzwinkernd mit Blick auf die 40 Grad im Schatten.

Hochzeit als Volksschauspiel

Schließlich waren der Pilwe-Präsident und seine Braut auch auf dem Marktplatz beim Stadtteilfest gefragt, wo die Eheschließung durch Dorfpfarrer Günter Johannes Barth nach einem lustigen Streitgespräch als amüsantes Volks-Schauspiel unter der Regie von Christian Helmut Wetzel auf der Bühne vollzogen wurde. Gertraude Karusseit hatte sichtlich Spaß als Braut-Neckaravw. „Ich habe mir gestern Abend noch die Ärmel aus dem Kleid gerissen, sonst hätte ich das nicht ausgehalten“, meinte sie angesichts der steigenden Temperaturen und winkte in ihrer Kutsche dem Volk majestätisch zu. Die Interessengemeinschaft sprach von einem reibungslosen Ablauf entlang der circa zwei Kilometer langen, wegen Hitze etwas abgekürzten Strecke. Angeführt wurden die achtzehn Zugnummern, Fußgruppen und Festwagen vom Musikzug der Neckarauer Narrengilde „Die Pilwe“, wobei Bianca Zott mit ihrer 12 Kilogramm schweren Quint-Trommel besonders schwer zu tragen hatte. Es folgten die niedliche Stoppelgarde und die Jugendgarde der „Pilwe“, denen die besorgten Trainerinnen immer wieder eine Gesichtsdusche zur Erfrischung verpassten. Vier fröhlich zwitschernde Vögel waren die Abordnung des Frauenchors 1924.

Gleich mit vier sehenswerten Oldtimern schloss sich Peter Schmidt Partyservice dem Zug an. Als „Roter Lindwurm“ schlängelte sich der SPD Ortsvereins Neckarau, Almenhof, Niederfeld durch die Straßen des Stadtteils. Die schmucken Gärtner des Kleingartenvereins Mannheim Süd verteilten Obst und Gemüse an die Zuschauer am Straßenrand. Die Pfadfinder vom Stamm Thomas Morus wiesen auf ihr Hoffest Anfang September hin. Die Brass Band der Mannemer Stroseridder sorgte für Stimmung auf der Gasse. Im königsblauen Vereinstrikot präsentierten sich die Jugendmannschaften U17 und U19 des VfL Kurpfalz Mannheim-Neckarau. Oliver Wörns und Ralf Weinert von der Kanu-Gesellschaft Neckarau traten mit zwei Wanderkajaks den Weg an.

Mit Ponys, Jungreitern und Traktor mit buntgeschmücktem Anhänger lud die Reitgemeinschaft Mannheim-Neckarau anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums ein zum Tag der offenen Stalltür am 13. Juli. „Supertoll“, „absolut sehenswert“, „beeindruckend“ lauteten die Kommentare. Die IG-Vorsitzende und Organisatorin Claudia Küstner war rundum zufrieden. „Die Mühen haben sich gelohnt, es war großartig“, sagte sie. Musikalisch umrahmt wurde der abschließende gemütliche Hock von Eva Niren vom Rhein Neckar Theater und der Musikband Pusch. ost

Info: Weitere Bilder unter morgenweb.de/Neckarau