Stadtteile

Rheinau Festakt zum 25. Jubiläum des Maria-Scherer-Hauses / Talkrunde erinnert an verstorbene Sozialpolitikerin

„Nichts an Klarheit,; Ästhetik und Wärme eingebüßt“

Archivartikel

Das Caritas-Seniorenzentrum Maria-Scherer-Haus ist im Mai 1994 feierlich eingeweiht worden. Jetzt wurde sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Das Fest begann mit einem Gottesdienst in der Hauskapelle Maria und Martha. „Das Silberjubiläum zeigt die Bedeutung des Hauses für Rheinau und die ganze Stadt“, sagte Dekan Karl Jung. Er zelebrierte die Eucharistiefeier zusammen mit Hausseelsorger Ludwig Weiss und Ortspfarrer Lorenz Seiser.

Unter den Besuchern konnte der Dekan auch den evangelischen Pfarrer Hans-Jörg Jörger sowie die Stadträte Marianne Seitz (CDU) und Thorsten Riehle (SPD), Altstadträtin Gertrud Lang und den ehemaligen Bürgermeister Rolf Schmidt begrüßen.

Schwerer Anfang

„Das zeigt die Wertschätzung des Hauses“, so Jung. Er dankte allen, die dazu beigetragen hatten, vor allem Heimleiterin Snezana Manojovic und ihrem Team. „Es ist eine Freude zu sehen, wie das Maria-Scherer-Haus heute dasteht“, so der Dekan.

Dass der Anfang nicht leicht war, machte die Vorsitzende des Caritasverbandes, Regina Hertlein, beim anschließenden Festakt deutlich. Das Maria-Scherer-Haus sei das großzügigste Seniorenzentrum, das sie je gesehen habe, erklärte Hertlein. „Doch der Bau hätte den Caritasverband damals beinahe Kopf und Kragen gekostet.“ Statt der ursprünglich angesetzten 23,5 Millionen sollte das Haus 33,8 Millionen Deutsche Mark kosten. Nach Wechsel der Geschäftsführung habe der neue Vorsitzende, Franz Pfeifer, dies „runtergedampft“. „Auch nach 25 Jahren hat das Maria-Scherer-Haus nicht an Klarheit, Ästhetik und Wärme eingebüßt“, freute sich Hertlein.

Heimleiterin Manojovic, Pflegedienstleiterin Magdalena Nicolei und ihre Mitarbeiten prägten die Atmosphäre, Qualität und den guten Ruf des Hauses. Die Caritas-Vorsitzende dankte auch dem Förderverein unter Leitung von Heidemarie Trautmann für die Unterstützung. Außerdem seien in allen Häusern der Caritas Ordensschwestern, wie hier der Bethanienorden unter Oberin Helani, segensreich tätig.

„Im Mai 1994 durften wir das wunderschöne Haus einweihen, es ist stabil, modern, großzügig, hell und modern gebaut von Architekt Sebastian Hinterberger“, erzählte Hertlein. Zum Festakt seien neben dessen Sohn, Markus Hinterberger, auch die Architekten Karin Storch und Thomas Federle gekommen. Diese begleiten den aktuellen Umbau des Hauses und haben der Landesheimbauverordnung angepasst.

3,7 Millionen Euro investiert

Hertlein berichtete: 3,7 Millionen Euro werden in die Sanierung investiert. Dreizehn zusätzliche neue Einzelzimmer entstehen, bei nahezu Erhalt der Plätze (135 statt vorher 139) und einem Doppelzimmer pro Wohngruppe. Für je zwei Wohngruppen gibt es einen großen Aufenthaltsraum. Und das großzügige Foyer ermögliche es nicht nur, dass hier beim Festakt 170 Gäste Platz haben, dadurch sei das Maria-Scherer-Haus auch „hervorragend in den Stadtteil eingebettet“. „Es bietet Platz für Vereine und Bewohner, so dass hier Leben stattfindet“, so Hertlein. Die Vorsitzende des Heimbeirates, Maria Weiser, und deren Stellvertreterin, Roseluise Koester-Buhl, hoben „das gute Miteinander und Füreinander da sein im Maria-Scherer-Haus“ hervor.

In einer Talkrunde wurden Erinnerungen wach. Paul Scherer, der Neffe der 1981 verstorbenen CDU-Sozialpolitikerin Maria Scherer, der frühere städtische Mitarbeiter Helmut Graf, Pflegedienstleiterin Nicolei und Oberin Helani berichteten, wie sich das Haus entwickelt hat. Außerdem dabei waren die Heimleiterin Manojovic und deren Vorgänger, Theo Lehmann, der auch ein Buch über Scherer geschrieben hat.

Anschließend erfreuten die Ordensschwestern mit einem liturgischen Tanz. Verdiente Mitarbeiter wurden geehrt und ein Film wurde gezeigt über ein Jahr im Maria-Scherer-Haus. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von den Rheinauer Seebären und von Hubert Maron am Klavier.

Info: Fotostrecke unter; www.morgenweb.de/Rheinau