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Lindenhof Kantorenwechsel beim traditionellen Lichterfest an Johannis

Niklas Sikner gibt den Stab zurück an Claudia Seitz

Archivartikel

Am Samstag fand das traditionelle Lichterfest an Johannis statt. „Es ist dieses Mal nicht nur ein musikalischer Rückblick auf das vergangene Weihnachtsfest, sondern das Besondere dieser Veranstaltung ist die offizielle Verabschiedung von Kantor Niklas Sikner und Wiedereinführung von Kantorin Claudia Seitz“, erklärte Pfarrerin Susanne Komorowski.

Niklas Sikner hatte Claudia während ihrer Elternzeit an Johannis vertreten und von Mai 2017 bis Dezember 2017 die kirchenmusikalische Arbeit an der Johanniskirche betreut. Unter anderem hat Sikner die Kantorei, die ökumenische Singschule und einen Schulchor mit mehreren Gruppen geleitet.

Projektbezogen kam regelmäßige Kammer- und Gospelchorarbeit hinzu. Das bunte musikalische Programm beim Lichterfest in dem bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshaus eröffnete das Blockflötenensemble Musica Flauticorde mit einem zauberhaften Christmas Concerto Opus 8,6 von Guiseppe Torelli (1658-1709).

Nach dem strahlenden „You‘re so magic“ (Reinhold Gramm) des Bläserensembles Mannheim Süd unter Leitung von Niklas Sikner erfüllten Vogelgezwitscher und Kuckuck-Rufe den Kirchenraum beim Orgelkonzert F-Dur „Der Kuckuck und die Nachtigall“ von Georg Friedrich Händel (1685-1759) mit fliegendem Wechsel von Claudia Seitz und Niklas Sikner an der Orgel.

Schließlich als Abschluss und Höhepunkt des Konzerts die Toccata F-Dur BWV 540 von Johann Sebastian Bach (1685-1750), erstmals gespielt von Kantorin Seitz und Kantor Sikner an den beiden Orgeln der Johanniskirche.

Raffiniert kombinierten die Künstler die große Orgel auf der Empore mit der kleineren Orgel im Altarraum gegenüber. Hier ergaben sich faszinierende Klänge, Echo-Dialoge, mehrschichtige Überlagerungen, farbig schillernde Klang-Faltenwürfe durch den gesamten Kirchenraum.

Amüsante Lesungen

Viel Beifall für die beiden souveränen Organisten mit besonderem Klangsinn für Johann Sebastian Bach. Pfarrerin Komorowski bereicherte die musikalischen Beiträge durch amüsante und zum Nachdenken anregende Lesungen aus den Weihnachtsgeschichten von Susanne Niemeyer.

Im Anschluss fand ein Empfang im Gemeindesaal statt mit Grußworten und weiteren musikalischen Grüßen der Johanniskantorei und des Gospelprojektchors für den scheidenden Kantor Sikner. Der 29 Jahre alte Kirchenmusiker wechselte zum 1. Januar 2020 an die Wiesbadener Lutherkirche. Pia Beisel-Thomas vom Ältestenkreis hob sein „großes Engagement, seine Leidenschaft für die Musik und Energie, durch die er viele neue und bleibende Spuren hinterlassen hat“ hervor. Ihr Kollege, Herbert Propfe, hieß Claudia Seitz „wieder willkommen an Bord des Kirchenschiffs Johannis“.

Pfarrerin Komorowski freute es, „dass der Übergang so reibungslos und harmonisch erfolgte“. Der besondere Dank von Landeskantor Johannes Michel galt Niklas Sikner. Es sei nicht selbstverständlich gewesen, „dass ein junger Kirchenmusiker, der nach seinem Abschluss eine feste Stelle will und keine befristete, an Johannis eingesprungen ist“.

Voll im Einsatz

Für dieses Risiko gebühre ihm großer Dank vonseiten der Badischen Landeskirche und der Evangelischen Kirche Mannheim. „Sein Mut wurde belohnt durch eine hervorragende Position in Wiesbaden“, betonte der Landeskantor. Er freue sich nun wieder auf die von allen geschätzte Zusammenarbeit mit Claudia Seitz, die mit dem neuen Gospelprojekt „I have a dream“ gleich wieder voll im Einsatz ist.

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