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Innenstadt Konzert der Folkloregruppe „Harrycane Orchestra“ im „EinTanzHaus“

Orientalische Melodien verzaubern Zuhörer

Hört man diesem im Klang orientalisch geprägten Ensemble zu, fallen einem dazu beschreibende Attribute wie exotisch und fernöstlich ein – wie eine Art tonale Standortbestimmung der sechsköpfigen Kapelle unter Leitung von Bandchef und Trommler Harry Alt. Nach einer kleinen Wochenendtournee quer durch Deutschland stieg das „Harrycane Orchestra“ für einen abschließenden Auftritt im Mannheimer „EinTanzHaus“ in G4 ab. Anschließend fuhr die Arabic-Jazz-Band über die nächtlichen Autobahnen wieder direkt zurück nach Augsburg, wo die Musiker leben.

„In sechs Wochen sind wir wieder im Tonstudio“, verkündete der moderierende Perkussionist Harry Alt erfreut, nach dessen Vorname in Verbindung mit einem Wortspiel zu dem stürmischen Begriff „Hurricane“ die bayerische Musikgruppe benannt ist. Während des konzertanten Wochenendtrips nach Leipzig bis ins Wendland muss die aktuelle CD von „Harrycane Orchestra“ einen derartigen Absatz gefunden haben, dass die Musiker im „EinTanzHaus“ nur noch drei Exemplare des Albums „Phosphorus“ zum Verkauf anbieten konnten. „Ich hätte mehr CDs mitnehmen sollen“, bedauerte Trommelkünstler Harry Alt.

In Mannheim gelebt

In der ehemaligen Trinitatiskirche mit den bunten Glasmosaikwänden, die sich in das mondäne Kulturzentrum „EinTanzHaus“ verwandelt hat, ließen die Bandmitglieder orientalische Melodien aufsteigen – mit sedierender Wirkung auf das lauschende Gemüt. Zwischendurch zupfte Kontrabassist Giuseppe Puzzo, der bis vor acht Jahren als freiberuflicher Künstler in Mannheim gelebt hatte, mit spitzen Fingern ein Solo an seinen vier dicken Saiten. Die Scheinwerfer tauchten das folkloristisch tönende Orient-Ensemble im dunklen Saal in weißes und blaues Licht. Obendrauf säuselte in diesem wüstenheißen Bandsound die luftige Klarinette von Kay Fischer.

„Wenn die Katze auf dem Tisch liegt, sagt man auf Russisch ‚Bris’, damit die Katze wieder heruntergeht“, erklärte Drummer Harry Alt in Bezug auf die Entstehung des Songtitels „Bris“, der keinen Anspruch auf korrekt verwendete russische Sprache erhebe, sondern sich lediglich daran anlehne.

Den türkischen Gesang innerhalb des beschwörend gefärbten Orchesters liefert Sänger Tarkan Yesil. „Daheim in Augsburg proben wir in einer ehemaligen US-Kaserne, die mittlerweile kulturell genutzt wird. Dort arbeiten ganz viele Künstler aus der Umgebung, eine echte Subkultur“, schilderte Sänger Tarkan Yesil, der zwar aus der Türkei stammt, jedoch zu seinem Heimatland keine allzu innige Beziehung verspürt, am Rande des Konzerts. Am Ende des Abends feierte das Publikum das „Harrycane Orchestra“ mit anhaltendem Applaus.