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Herzogenried Umweltbürgermeisterin listet Projekte zur Sanierung im Hauptausschuss auf / Aktivisten sind skeptisch, ob das Geld ausreicht

„Park-Mittel müssen in den Haushaltsplan“

Es ist ein Anfang: Schon Ostern sollen im Rosarium neue Pflanzen gesetzt, der Hauptweg an der Konzertmuschel barrierefrei umgebaut und die Weitsprunganlage für den Schulsport hergerichtet werden. Insgesamt schätzt die Stadt, dass die Sanierung des Herzogenriedparks 1,9 Millionen Euro kosten könnte. Dies teilte Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala auf Antrag der Partei Die Linke im Hauptausschuss mit. Dass mit dem Geld wirklich alles Nötige umgesetzt werden kann, wird vor Ort aber bezweifelt. Parteien und Aktionsgemeinschaft fordern daher von der Stadt, eine genaue Finanzplanung bis zu den Etatberatungen.

Kein „billiges Stückwerk“

„Der bisher geplante Budgetrahmen von 1,9 Millionen Euro müsste aller Voraussicht nach reichen, um die im Herzogenriedpark geplanten Maßnahmen umzusetzen“, sagte die Bürgermeisterin im Ausschuss. Mit dem Geld würden alle am Ende des Beteiligungsworkshops mit den Bürgern zugesagten Projekte für 2019 umgesetzt. Das seien immerhin ein Drittel aller Vorschläge, so Kubala.

Auf dem Maßnahmenkatalog stehen unter anderem die Umgestaltung des Bauerngartens im Sommer, Verbesserungen im großen Spielbereich, die Sanierung von Dach und drei neue Grillstellen, die Sanierung der WC-Anlage neben Sportlerumkleide, gemeinsames Gärtnern im Bauerngarten (1 mal im Monat) ab Mai, die Anlage eines barrierefreien Weges durch das Rosarium bis Ende Mai, erste umweltpädagogische Zusatzangebote für Familien im Sommer sowie die Bespielung der Konzertmuschel durch Akteure aus dem Quartier oder der Popakademie.

Bis zum Herbst soll dann fest gelegt werden – das hatte der Parkchef versprochen – welche größeren Maßnahmen zudem in Angriff genommen werden und wo die Bürgerschaft einbezogen wird; denkbar seien, laut Kubala, bei der Umgestaltung des Bauerngartens, der Anlage eines Mobilitätsparcours, beim Verlauf und der Gestaltung einer neuen Joggingstrecke, bei der Umgestaltung des Schachplatzes in eine Spielfläche oder bei dem Haus für die Grüne Schule (Raumprogramm/Funktionen). Externe Fachleute und Mitarbeiter des Parks würden projektbezogen eingebunden. Auch aus Finanzmitteln für die Bundesgartenschau will die Stadtpark gGmbH die Sanierung finanzieren. Die Höhe sei abhängig von den Konzepten für die beiden Ausstellungsflächen Spinelli und Luisenpark, die ab 2020 erarbeitet werden, blieb Kubala im Ausschuss aber vage.

„Die Park-Mittel müssen in den Haushaltsplan“, drängt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Neckarstadt-Ost, Belamir Evisen. Wenn in den Beratungen für den Doppelhaushalt 2020/2021 im Winter nicht ausreichend Geld eingestellt werde, könnten die Vorhaben nicht umgesetzt werden. Solange es keine mit Kosten hinterlegte Feinplanung gäbe, sei das Ganze eine Luftnummer, ergänzt SPD-Stadtrat Reinhold Götz.

„Wir sind sehr froh über das bisherige Ergebnis der Beteiligungsworkshops. Die Menschen müssen nun über die Umsetzungsschritte informiert werden“, sagt Thomas Trüper, Stadtrat der Linken. Das sei bei solchen Verfahren sehr wichtig. Deshalb habe man den Antrag in der vergangenen Woche in den Gemeinderat eingebracht. Trüper: „Und für die Haushaltsberatungen muss die Politik wissen, wie viel Geld tatsächlich für den Herzogenriedpark erforderlich ist.“

Leider seien auch nach der Stellungnahme des Umweltdezernats im Hauptausschuss die zentralen Fragen zu dem weiteren Entwicklungsprozess nicht beantwortet, kritisiert die Aktionsgemeinschaft (AG) Herzogenriedpark. „Die Mannheimer dürfen zu Recht erwarten, dass sie endlich über die konkreten weiteren Planungen und die künftige Einbindung der Bürgerschaft sowie lokaler Fachleute informiert werden“, sagen die AG-Sprecher Gerhard Heckmann und Waltraud Schlepps. Die Gestaltung dürfe nicht als „möglichst billiges Stückwerk“ enden, warnen sie und fordern: ein erfahrenes Fachbüro müsse mit der Feinplanung und Kostenkalkulation beauftragt werden. Nur so könnten die Gemeinderäte seriöse Anträge für die Umsetzung zentralen Projekte stellen.

Der „MM“, betont die Aktionsgemeinschaft, habe zurecht in der Ausgabe vom 22. März auf die schwierige Terminlage in 2019 mit der Kommunalwahl hingewiesen und die Parallelität der Projekte Herzogenriedpark, Multihalle, Multifunktionsbad und BUGA23 herausgestellt. Schlepps und Heckmann: „Die Dinge bereiten auch der Aktionsgemeinschaft Sorge.“