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Lindenhof Beim ersten Mobilitätstestival im Stadtteil sollen Bürger neue Möglichkeiten der Fortbewegung entdecken

Per Lastenvelo durch den Lanzpark

Die kleine Nora schaute ein wenig skeptisch drein. Aber das änderte sich schlagartig, als Mutter Astrid Schimke sich auf ein Lastenvelo schwang und mit der jungen Dame einige Runden durch den Lanzpark fuhr. Das gefiel ihrem Kind so gut, dass es schließlich in dem Fahrzeug sitzen bleiben und noch weiter fahren wollte. Die kleine Rundfahrt beim ersten Mobilitätstestival auf dem Lindenhof war ein erster Versuch, um neue Möglichkeiten der Mobilität zu testen. Die Mutter war von der Art der Fortbewegung angetan: „Ich finde die Idee in jedem Fall sehr gut, mehr mit dem Fahrrad zu erledigen. Allerdings muss man das Radeln mit diesem Fahrzeug auch üben – insbesondere, weil der Wendekreis so groß ist.“

Jens Flammann von den Mannheimer Stadtevents erklärt den Antrieb für diese Art der Mobilitätsprüfung: „Wir haben ein grundsätzliches Problem mit dem Verkehr auf dem Lindenhof. Daraus entstand die Idee mit dem ersten Mobilitätstestival, mit dem wir praktische Lösungen anbieten können.“

Bei Informationsständen konnten die Besucher Tipps suchen, wie sie am Verkehr teilnehmen können, ohne zusätzliche Staus zu verursachen. Bewusst in lockerer Atmosphäre unter schattigen Bäumen durften Interessierte aller Altersklassen mitmachen.

Der Lindenhof ziehe viele junge Familien an, berichtete Flammann. Viele Berufstätige aus dem Stadtteil würden pendeln. „Diese Menschen wollen wir mit einem frischen Format erreichen, das sowohl das Interesse der Leute ernst nimmt als auch die Freizeitbedürfnisse der Familie beachtet“, so Flammann. Auch das Rahmenprogramm bot Abwechslung, wie einen Stand an dem Craft-Biere einer kleinen Brauerei aus Bad Dürkheim und Cocktails angeboten wurden.

Die Firma „Raceroom“ aus der Walzmühle in Ludwigshafen hatte drei Fahrsimulatoren aufgebaut, in denen versierte Autofahrer um Rundenrekorde auf dem Hockenheimring fuhren. Daneben informierten der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und die Lindenhöfer Initiative für Fahrradfahrer und Fußgänger LIFF über Verkehrsprobleme auf dem Lindenhof.

Vorbereitung auf den Schulweg

Kinder standen ebenfalls im Mittelpunkt: Die Jungendverkehrsschule bot Mitmachtheater für künftige ABC-Schützen, um Kinder auf den Schulweg vorzubereiten. Polizeihauptkommissarin Tanja Ambacher meinte: „Kinder können viel mehr, als Eltern manchmal denken. Sie lernen auch schnell Neues.“

Außerdem gab es in der Lanzkapelle Workshops über moderne Transportmöglichkeiten, Carsharing oder Möglichkeiten der Warenzustellung. „Es kann ja nicht sein, dass in Zukunft alle Zusteller nebeneinander in die Stadt fahren und Pakete einzeln zustellen. Da gibt es heute bereits intelligentere Lösungen“, so der geschäftsführende Gesellschafter eines Unternehmens, das Lösungen für moderne Intralogistik erarbeitet. „Eigentlich gibt es für fast alle Probleme bereits Lösungen, die diskutiert sind. Wir wollen die Dinge anpacken und umsetzten. Dazu diente dieses Fest“, zieht Flammann ein positives Fazit. has