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Neckarau Neckarauer Narrengilde „Die Pilwe“ feiern Kerwe im Vereinsheim

Pfälzer Küche und Blasmusik

Schon von Weitem war sie sichtbar: An einem Seil hing die Kerweschlumbel und wachte von hoher Warte aus darüber, dass bei der „Pilwe“ alles mit rechten Dingen zuging. Und das tat es: „Es ist einfach immer ein schönes Fest, das hier gefeiert wird. Man trifft hier Bekannte, die man das ganze Jahr nicht gesehen hat. Schon dafür lohnt es sich hier vorbei zu schauen“, stellte Besucher Lothar Doll fest. Er traf sich zusammen mit seinen Bekannten vom Stammtisch. „Das Essen ist gut, die Bedienung klappt hervorragend. Das ist einfach ein schönes Fest“, ergänzte Lothar Ludwig. Bei einem Glas Bier oder einer echten Pfälzer Schorle ließ es sich in der „Pilwescheuer“ gut aushalten.

„Zu uns kommen manche Leute schon seit vielen Jahren. Das zählt einfach zur Tradition in Neckarau“, so der Präsident der Narrengilde, Rolf Braun. Wenn die vielen Helfer auch alle Hände voll zu tun hatten, so hatten auch diese ihre Freude daran, dass sich die Plätze sowohl am Samstag wie auch am Sonntag nach und nach füllten. „Da braucht man gar nicht in die Pfalz. Das hat man hier und manches ist sogar noch günstiger“, stellte Gerhard Hübner zufrieden fest.

Es war aber auch ein gemütliches Beieinander. An den Tischen wurden Neuigkeiten ausgetauscht. Manche wagten sogar ein kleines Tänzchen auf dem Holzparkett in der Scheuer. Dazwischen huschten immer wieder Bedienungen, um die hungrigen und durstigen Seelen zufriedenzustellen. Am Samstag war der Renner Wellfleisch mit Sauerkraut und Brot. Am Kerwesonntag gab es Besucher, die ihre eigenen Behältnisse mitbrachten und an der Theke Haxe oder Sauschwänzel mit Sauerkraut und Brot nach Hause mitnahmen, „um wenigstens einmal im Jahr echte Pfälzer Küche zu Hause zu essen“, wie es einer ausdrückte, der sein Festessen mit dem Rollator nach Hause fuhr. „Wir haben festgestellt, dass diese Spezialitäten auch mitten im Sommer laufen, wenn es auch noch so heiß ist“, so Braun.

In der Tat kamen die Hilfen kaum nach, Essen an den Tischen zu servieren. Am Samstagabend spielte zu Bratwurst oder Saumagen die „Schbreißelband“ aus dem südpfälzischen Rülzheim. Mit bekannten Liedern der letzten 50 Jahre unterhielten Sängerin Leony und Keyboarder Manfred das Publikum.

Am Sonntag eröffnete die Blaskapelle Dannstadt mit echt böhmischer Blasmusik den Frühschoppen – sehr zur Freude der Besucher, die mitschunkelten und mitsangen.

Schwäche für Handkäse mit Musik

Für die Kinder hatten die Narren eine Hüpfburg und ein Glücksrad aufgebaut. Am Nachmittag ließen sich so manche Kleinen auch schminken, während sich die Großen in aller Gemütlichkeit unterhielten. Besucher Alexander Fleck hatte sich Handkäse mit Musik bestellt: „Das gibt es sonst fast nirgendwo mehr“, meinte der Stadtrat, der sich auch noch den eigenen Kümmel mitgebracht hatte, mit dem er seine Speise kräftig würzte. Viele Fasnachter aus der Region schauten bei der Kerwe vorbei, um so ihre Verbundenheit mit der Pilwe zu untermauern. „Das gehört sich einfach so, dass man hier vorbeischaut“, stellte Bernhard Mäder von den Spargelstechern fest. „Es ist zwar anstrengend, wenn man am Montag dann wieder ins Geschäft muss. Aber es macht auch Spaß, die vielen Gäste zu bewirten“, so Matthias Böckel, der zweite Vorsitzende der Pilwe.