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Herzogenried Pfalz-Literatett in der Stadtbibliothek

Pfälzer Witz zu Ziwwelkuche

Heiter-philosophische Texte, musikalisches Können und ganz viel (Kur)pfälzer Esprit: Das "Pfalz-Literatett" gilt als Garant für feinsinnige Mundart-Unterhaltung und gehört zur pfälzischen Kleinkunstszene wie die "Worscht" zum "Woi". Zur Premiere seines diesjährigen Herbst-Programms "Iwwerall un Nirgens", einer Reminiszenz an das große "Dorschenanner" unserer Zeit, präsentierte das bekannte Trio aus Verleger Ulrich Wellhöfer, Entertainer Alfred Baumgartner und Pianist Peter Tröster in der Stadtteilbibliothek Herzogenried in üblicher, geistreich-unterhaltsamer Manier ausgewählte Schätze der Pfälzer Mundart und stellte damit einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, dass Dialekt und Mundart nicht nur das Zwerchfell kitzeln, sondern auch zum Nachdenken anregen können.

Im Fokus des musikalisch-literarischen Abends standen Texte der Pfälzer Mundart-Größen Lina Sommer und Hanns Glückstein, zu denen im Wellhöfer-Verlag bereits mehrere Bücher erschienen sind. Auch wenn die Heimatdichter ihre Lyrik vor über 80 Jahren verfassten, haben die Themen ihrer Gedichte nicht an Aktualität verloren, sondern sind heute brisanter denn je.

Mit einem Augenzwinkern

Lina Sommer und Hanns Glückstein sei es, so Ulrich Wellhöfer, in ihren sozialkritischen Texten auf beeindruckende Art und Weise gelungen, "mit den Menschen zu lachen, und nicht über sie". Humorvoll greift auch das Pfalz-Literatett in seinem neuen Programm von der Flüchtlingskrise über das Thema Toleranz bis zu den Fake News aktuelle Themen auf, die die Menschen bewegen, ohne dabei moralisierend den Zeigefinger zu erheben. Neben Gesellschaftskritischem gab es auch immer wieder leichte und vergnügliche Kost in Form von beschwingten Liedern und lustigen Pfälzer Anekdoten, die für ein kurzweiliges Mundart-Vergnügen sorgten.

Gitarre bis Keyboard

Bei der abwechslungsreichen Mischung aus Musik und Kabarett wurde neben dem Pfälzischen auch in vielen weiteren Dialekten und Akzenten gesungen und rezitiert. Untermalt wurde der Vortrag mit verschiedenen Instrumenten - von der Gitarre über die Ukulele bis zum Keyboard, an dem Peter Tröster wie gewohnt brillierte.

Wie es sich für einen richtigen "Pälzer Owend" gehört, wurde nicht nur mit literarischen und musikalischen Leckerbissen aufgewartet, sondern auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt: Passend zu herbstlichen Gedichten und Liedern sowie einer selbstgeschriebenen, kulinarischen Fortsetzung des "Pälzer ABC" von Hanns Glückstein konnte sich das Publikum bei Zwiebelkuchen und Neuem Wein auf die kommende Herbstzeit einstimmen. red