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Niederfeld Moll-Gymnasium feiert Aktionstag mit Kunstpräsentation / Vorfreude auf Festakt zum 50. Geburtstag im November

Roboter-Kurs, Bigband und Bilderrätsel

Archivartikel

Überall stehen die Türen offen, hinter denen spannende Angebote warten. Im Roboterlabor rollen auf einem tischbreiten Spielfeld knifflige Kleinarbeiten verrichtende Lego-Roboter umher. „Die Schüler müssen darauf Aufgaben lösen: Geradeaus fahren oder etwas anschubsen“, erklärt Lehrerin Adrienn Vasicsek. Zu einem Schnuppertag mit Informationen und Mitmachaktionen hat jetzt das Moll-Gymnasium in die Feldbergstraße 16 eingeladen.

Und wenn die Einrichtung ihren Aktionstag feiert, besuchen oftmals ehemalige Abiturienten ihre einstige Schule, um sich anzuschauen, was sich mittlerweile an der Bildungsstätte verändert hat. Auf dem Versuchstisch „First Lego League“, eine Leihgabe der benachbarten Hochschule, der ein Universum mit Raumstationen darstellte, durften die Besucher beim Robotik-Schnupperkurs ein Weltraumteleskop ausrichten und eine Lego-Figur mit einem Kran in ein durchsichtiges Gefäß heben. „Das ist eine freiwillige Roboter-AG ab der sechsten Klasse. Wir treffen uns immer dienstagnachmittags“, erläuterte Lehrerin Adrienn Vasicsek.

Historische Fotos

Jedoch findet diese Arbeitsgemeinschaft nicht im Moll-Gymnasium statt, sondern in der Hochschule Mannheim. „Dort haben wir einen Raum, es gibt dort Millionen Lego-Teile, das ist wie im Lego-Himmel“, begeisterte sich Pädagogin Vasicsek.

Während des Aktionstages war im Erdgeschoss, wo die schulische Big Band musizierte, zudem ein Stand mit einem Bilderrätsel namens „Die Welt vor mehr als 100 Jahren“ aufgebaut, betreut von Lehrerin Gabriele Mark. An einer Stellwand hingen historische Schwarzweiß-Fotografien, die optisch manipuliert waren und mittels einer Collage-Technik falsche Bildelemente enthielten, nach denen die Gäste suchen mussten.

Auf einem Foto sah der Betrachter zum Beispiel zwei Satelliten-Schüsseln auf einem Hausdach der Altstadt in Nürnberg stehen. Moderne Technik für den Empfang von Fernsehsendern, die allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfunden war. Darüber hinaus flog ein für diese Epoche untypischer Helikopter über die abgebildeten Hausdächer. „Ich bin schon seit über 20 Jahren am Moll-Gymnasium, habe aber zwischendurch in Peru an einer deutschen Schule unterrichtet, von 2011 bis 2014“ erzählte Lehrerin Gabriele Mark.

Ausblick auf großes Ereignis

Im Werkraum der Bildenden Kunst konnten die Kinder und Jugendlichen betreut von Lehrerin Angela Kerstner nicht nur Tonskulpturen formen, sondern sich ebenfalls auf zwei gegenüberstehende Stühle setzen, um einander regungslos in die Augen zu schauen. Inspiriert war diese Performance von der berühmten Aktionskünstlerin Marina Abramovi?, die mit einer ähnlichen Performance 2010 im Museum of Modern Art (MoMa) in New York weltweite Beachtung gefunden hatte.

Gegenwärtig schaut das Moll-Gymnasium einem großen Ereignis entgegen. „Wir bereiten uns auf unser 50-jähriges Jubiläum vor“, verkündete Schulleiter Gerhard Weber. Am 27. November wird das Gymnasium einen Festakt mit in Mannheim Filmproduzenten Nico Hofmann als Festredner begehen, der auch Intendant der Wormser Nibelungenfestspiele ist. 1978 hatte der Filmemacher am Moll-Gymnasium das Abitur abgelegt. „Vor einem Jahr veröffentlichte er das Sachbuch ‚Mehr Haltung, bitte!’, es liegt oben in meinem Büro“, erzählte Schulleiter Weber.