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Neckarstadt-West Beim Projekt „Neckarbrücke“ begleiten Jugendliche der Marie-Curie-Schule Viertklässler beim Schulwechsel

Sanfter Sprung in die fünfte Klasse

„Wir legen Wert auf Pünktlichkeit und Anwesenheit, außer, ihr habt einen wichtigen Termin“, erklärt Lotsin Kübra Ülger den etwas verdutzten Grundschülern. Und Peter Deffaa, Leiter der Neckarschule ergänzt: „Im Moment seid ihr noch die Großen, aber nach dem Wechsel seid ihr die Kleinen. Die Schüler der Realschule helfen euch beim Übergang, das heißt, beim Lernen und den Hausaufgaben“.

Zur Vorstellung des Schülerlotsenprojekts „Neckarbrücken“ ist an diesem Tag nur die Hälfte der 30 Viertklässler gekommen, die im neuen Schuljahr den Sprung auf die Marie-Curie-Realschule wagen müssen. Dabei werden die Neckarschüler aber nicht allein gelassen: Seit einigen Jahren begleiten Acht- und Neuntklässler von der Marie-Curie-Realschule die Neuankömmlinge. Finanziert wird das Projekt, bei dem die Lotsen eine Aufwandsentschädigung erhalten, vom Kiwanis-Club Mannheim-Kurpfalz. „Wir probieren, früh anzufangen, damit die Viertklässler den Sprung in die weiterführende Schule schaffen“, sagte Dieter Strefler, Vize-Präsident des Clubs. „Wir möchten quasi Brücken bauen, daher lautet der Name des Projekts Neckarbrücke, was natürlich auch geografisch passt.“ Denn die beiden Schulen liegen nicht nur nahe beieinander. Die Realschule ist dabei auch beliebtes Ziel für die meisten Neckarschüler, die dann in die fünfte Klasse wechseln.

Konflikte schnell lösen

„In unserer Schule gibt es viel mehr Fachräume, denn wir haben Chemie, Physik und Biologie“, sagt Lotsin Nourhan Obeid. Das seien drei Naturwissenschaften auf einmal, da könne man als Grundschüler schon mal blass werden, meint die Lotsin. Wie man mit Konfliktsituationen umgeht, sprich „wenn die Kleinen mal frech werden“, haben die Lotsen bei der Schulung der Ikubiz-Mitarbeiter (Interkulturelles Bildungszentrum) vermittelt bekommen. „Wir sind auch jetzt noch die Mentoren der Lotsen, einer von uns sitzt bei der Hausaufgabenhilfe immer mit drin“, sagte Ikuzbiz-Mitarbeiter Tim Wurth.

Auf die Frage eines Viertklässlers, wie lang man denn auf der Realschule bleiben müsse, antwortet Friederike Baum, Konrektorin der Marie-Curie: „Bis zur zehnten Klasse, es sei denn, man geht aufs Gymnasium.“ Doch das liegt noch weit in der Zukunft. „Es gibt ab jetzt bereits Hausaufgabenhilfe einmal die Woche, die Lotsen kommen das nächste halbe Jahr zu euch“, beruhigt Neckarschulleiter Deffaa. kge

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