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Neckarstadt Schüler der Theaterakademie zeigen Prüfungsergebnisse des Semesters

Schauspiel-Talent unter Beweis gestellt

Eine Bank hier, ein Tisch da, hin und wieder ein Stuhl – viele Requisiten brauchten die Schüler der Mannheimer Theaterakademie nicht, um lebendige Bilder in den Köpfen der zahlreichen Zuschauer entstehen zu lassen, die sich an diesem heißen Sommertag im abgedunkelten Vorstellungsraum des Felina-Areals zur Werkschau der Semester 4 bis 7 eingefunden hatten.

Shakespeare, Molière und Louisan

Dafür griffen die zehn jungen Schauspieler lieber auf eine ausdrucksstarke Sprechweise und packende Mimik und Gestik zurück. Gemeinsam mit ihren Dozenten haben sie daran zwischen drei bis sechs Monate gearbeitet. Präsentiert wurden Monologe und Szenen aus klassischen und zeitgenössischen Stücken sowie Gesangseinlagen, die sich zu einem vielseitigen und abwechslungsreichen Programm verbanden. Ziel der regelmäßig stattfindenden Werkschauen ist es, den Schülern eine Plattform für ihre im Unterricht erlernten Fähigkeiten zu bieten: „Durch die Werkschau gewinnen die Schüler Routine darin, vor größerem Publikum aufzutreten. Außerdem können sie so Eltern, Familie und Freunden zeigen, was sie das Semester über gelernt haben“, erklärte Silvana Kraka, Leiterin der Theaterakademie Mannheim. „Es kommen aber auch andere Zuschauer zu den Vorstellungen. Mittlerweile gibt es da eine richtige kleine Fangemeinde.“ Dass sich das sorgfältige Auswendiglernen, Einstudieren und Proben gelohnt hat, konnten die Schüler durch die Bank weg eindrucksvoll beweisen: von Patrick Borchardt, der als eifersüchtiger Jago in Shakespeares „Othello“ seiner Enttäuschung und Wut über den geplatzten Traum von der Beförderung zum Hauptmann freien Lauf ließ, über Anna Göbel, die mit Annett Louisans „Das alles wär nie passiert“ eine humorvolle Proseccohommage zum Besten gab, bis hin zu Vivian Schöchlin und Julija Komerloh, die in den Rollen der Geliebten Mariane und ihrer Zofe Dorine aus Molières „Tartuffe“ glänzten. Sebastian Jürgensen aus der Abschlussklasse überzeugte gleich mit zwei Solo-Auftritten: als der vogelfreie Edgar in Shakespeares „König Lear“ und als der leicht neurotische Max in Ewald Palmetshofers „Wohnen. Unter Glas“.

Die verschiedenen Rollen brachten dabei ganz unterschiedliche Herausforderungen für Jürgensen mit sich: „Bei Edgar kam es vor allem darauf an, seine Erschöpfung und Panik körperlich überzeugend darzustellen. Bei Max war dagegen eher die Textmenge, die ich lernen musste, eine Herausforderung.“ Die Gage für seine Mühen folgte auf dem Fuß: Der junge Künstler wurde, ebenso wie seine Kommilitonen, am Ende seiner Auftritte mit dem begeisterten Applaus der Zuschauer belohnt und überhäuft.