Stadtteile

Vogelstang Sommerfest beim Verein für behinderte Menschen im Eleonore und Otto Kohler-Haus

Schöne Begegnungsstätte für alle

Archivartikel

Der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte nutzt das an der Nähe der Vogelstangseen gelegene Eleonore und Otto Kohler-Haus für Freizeitgestaltungen jeder Art, auch für das alljährliche Sommerfest mit Kaffeestunde und Grillparty.

Der Verein wurde vor 55 Jahren gegründet und ging aus einer Elterninitiative hervor. „2000 wurde die Einrichtung von der Reha-Südwest übernommen, da für den Verein, der aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht, die Verantwortung zu viel wurde. Gesellschafter sind wir noch“, sagte die Vorsitzende Andrea Baroncioni. „Wir nutzen das 2008 eröffnete Haus als Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung.“

Zum Sommerfest, das an einem sonnigen Nachmittag stattfand, wurden 70 Gäste erwartet. Der Verein scheut keine Mühe, zu diesem Zweck einen Fahrdienst einzusetzen, der die Gäste abholt, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. „Der Verein kümmert sich um Schwerbehinderte jeden Alters. Das Herzstück ist die zweiwöchige Stadtranderholung, die im Sommer stattfindet, hier bei uns im Kohler-Haus.“

Besuch in Bad, Zoo oder Park

Das Programm der Freizeit ist sehr abwechslungsreich, die Gruppe geht zum Beispiel schwimmen, besucht einen Streichelzoo oder den Luisenpark. „Bei der Stadtranderholung sind fast nur Leute im Rolli dabei. Die Präsenz von Behinderten in der Öffentlichkeit hat sich in den letzten Jahren verändert. Früher blieben Kinder mit Handicap im Kreis ihrer Familie, heute gibt es für sie viel mehr Teilhabe am öffentlichen Leben“, so Baroncioni.

Auch die Technik der Rollstühle hat Fortschritte gemacht. Wo es früher Einheitsmodelle gab, mit denen die Besitzer oft ihre Mühen hatten, wird nun jeder Rollstuhl auf die Bedürfnisse des einzelnen Menschen angepasst. Im Garten des Kohler-Hauses gibt es sogar eine Rollstuhl-Schaukel, die man über eine Rampe erreichen kann.

Seit zwei Jahren wird das einstige Freizeithaus auch unter der Woche benutzt, seitdem besteht auch eine Kooperation mit der Werkgemeinschaft Martinshof in Neckarau, die unter Anwendung der Waldorfpädagogik jungen Menschen mit geistiger Behinderung eine schulische und berufliche Laufbahn ermöglichen möchte.

Bänke aus Paletten

„Zehn junge Menschen, die körperlich sehr eingeschränkt sind, haben hier im Kohler-Haus die Möglichkeit, etwas zu lernen“, sagte Geschäftsführerin Elfi Gomell-Lakies. „Wir bauen beispielsweise Bänke aus Holzpaletten oder nähen Beutel aus dem Trikotstoff der Adler. Es gab auch schon ein Treffen mit den Jungadlern, was sich sehr positiv auf das Selbstbewusstsein unserer Teilnehmer ausgewirkt hat. Wir schauen, was die einzelnen Leute können, dann helfen wir ihnen, eine passende Tätigkeit zu finden.“